Interims-Spielstätten gesucht


Nach der Wiedereröffnung der Staatsoper Unter den Linden steht das Schillertheater für neue Nutzer zur Verfügung.
So sollte als nächstes Ensemble die Komische Oper, deren Sanierung für die Jahre 2022-2027 vorgesehen ist, dort einziehen. Doch Intendant Kosky hat einen solchenUmzug als „Todesstoß“ für sein Haus bezeichnet und abgelehent. Berlins Kultursenator Lederer bleibt (bisher) jedoch standhaft und lehnt eine Sanierung bei laufendem Betrieb ab.

Auch im thüringischen Altenburg wird nach einer Interimsspielstätte gesucht. Das Landestheater, welches zum Theater Altenburg-Gera gehört, soll bereits ab 2019 saniert werden. Die letzte „Sanierung“ fand 1996 als Geschenk zur Fusionierung mit dem Theater Gera statt, beschränkte sich aber auf die Fassade und den Zuschauerbereich.

Baden-Baden-Award 2017

STAND UP FOR THE CREATIVES in der Akademiebühne

On Stage anstelle Backstage: Für einen Moment selbst im Rampenlicht stehen und den Applaus genießen. Genau das passierte den dual ausgebildeten Nachwuchskräften aus den Theater-, Film-, Fernseh- und Veranstaltungsberufen bei der Verleihung des Baden-Baden Awards 2017 am 1. Dezember 2017.

Einmal im Jahr gehört die große Bühne in der Akademiebühne Baden-Baden den Talentiertesten der Branche, ausgewählt aus sechs Berufskategorien in der Veranstaltungsbranche: Bühnenmalern/-plastiker, Maskenbildner, Mediengestalter Bild und Ton, Veranstaltungstechniker, Veranstaltungskaufleute sowie Requisiteure. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurden rund 90 eingereichte Werke der Absolventen im Herbst von verschiedenen mit IHK-Prüfern und internationalen Fachleuten besetzten Jurys für jede Kategorie bis zu drei Preisträger nominiert.

Schwarzwald: Schon die Eintrittskarte mit einer Kuckucksuhr unterstrich das Motto der neunten Preisverleihung des Baden-Baden Awards. Das überdimensionale Baden-Baden Award – Pferd am Eingang wurde geschmückt mit einem Bommelhut. Im Einlassbereich hingen zwei Porträts von ARTWOOD, die mit ihrem Charme und ihrer Schwarzwaldtracht die Spannung steigen ließen. Der Blick durch die geöffnete Saaltür auf das Bühnenbild vollendete den angehauchten Schwarzwald-Stil. Die Gäste erblickten eine riesige Bar auf der Bühnenfläche, umrahmt mit einer großen Kuckucksuhr und einem Pferd sowie Tannenbaumreihen an der Bühnenkante. Die farbenfrohe Lounge-Stimmung wurde mit Musik unterstrichen, live gespielt auf dem Piano und der Barkeeper hinter dem Tresen polierte, unbeeindruckt von den hereinströmenden Gästen, mit Hingabe seine Gläser. Die Gäste waren fasziniert von der großen LED-Wand mit Barutensilien-Motiv und von den Leuchtbildern mit Hirschgeweih, auf denen das diesjährige Motto „STAND UP FOR THE CREATIVES“ stand.

Moderiert wurde der Baden-Baden Award in bewährt-witziger Weise von SWR3-Comedychef Andreas Müller. Er begrüßte die Preisträger und das Publikum direkt mit einer Live-Schaltung zu Angela Merkel. In diesem Jahr wurde er auch künstlerisch durch Comedians begleitet. Markus Kapp, Kerstin Luhr und Max Ruhbaum begeisterten das Publikum mit ihren Showeinlagen und ernteten tosenden Applaus.

Die aufgeregten siebzehn Preisträger fieberten ihrem Einsatz entgegen und durften in diesem Jahr bei der Übergabe des begehrten Fohlens aus der Manufaktur Majolika Karlsruhe gemütlich am Tresen Platz nehmen. Aufgelockert wurde die Anspannung auf der Bühne ebenfalls mit einem gereichten Cocktail in der jeweiligen Kategorienfarbe. Selbst der Cocktailname war eigens dafür kreiert: Zum Beispiel war er bei den Requisiteuren angeblich aus „Heißkleber“ und nannte sich „Rush‘n UHU“.

Der Barkeeper Max Ruhbaum entpuppte sich auch als Laudator für die Berufskategorie „Maskenbildner“. Locker nahm er dazu seine Barschürze ab, ging ans Rednerpult, überreichte die Fohlen und schlüpfte danach für das weitere Abendprogramm wieder in seine Rolle als Barkeeper. Ein Vollblutschauspieler, der sich auch gern zum „Affen“ machen lässt, wie er im Vorspann durch eine Filmeinspielung präsentierte.

Der Veranstaltungsort Baden-Baden selbst, kam dieses Jahr bei der Preisverleihung wieder mit ins Gespräch, denn vier Preisträger stammen aus Baden-Badener Ausbildungsbetrieben. Bühnenplastiker Dario van de Meulenreek (1. Platz) und Bühnenmalerin Maxi Holder (2. Platz) vom SWR Baden-Baden. Veranstaltungskauffrau Jacqueline Vogt (1. Platz) von der EurAka Baden-Baden gGmbH und Veranstaltungstechnikerin Sara Haun (2. Platz) vom Theater Baden-Baden.

Ein toller Abend mit strahlenden Preisträgerinnen und Preisträger ging zu Ende.
Wer die Preisverleihung nicht live miterleben konnte, hat ab diesem Jahr die Möglichkeit, diese in den Mediatheken auf www.baden-baden-award.de und auf www.facebook.de/baden-baden-award anzuschauen.
Die Auslobung des Preises erfolgt durch die IHK Karlsruhe. Veranstalter der Preisverleihung sind die Baden-Baden Award GmbH und die IHK Karlsruhe, unterstützt durch: Südwestrundfunk, EurAka Baden-Baden gGmbH, Theater Baden-Baden, Deutsche Theatertechnische Gesellschaft, Deutscher Bühnenverein, Baden Baden Events, Gerriets GmbH, GLP German Light Products, Magic Sky, Sparkasse Baden-Baden Gaggenau und stage|set|scenery.

Alle Preisträger und Sponsoren finden Sie hier.

Wochenrückblick: Bau, Sanierung, Brandschutz und die Kosten


In Augsburg ist Richtfest. Nicht im Theater sondern auf dem ehemaligen Gelände des Gaswerkes. Der Rohbau des ehemaligen Ofenhauses soll künftig das Theater als Interimsspielstätte mit 240 Plätzen, Werkstätten und Büros beherbergen. Hinzu kommen Ateliers für Künstler und eine gastronomische Einrichtung.
Derweil hat ein fleißiger Stadtrat die Kostenplanung der Theatersanierung durch eine abenteuerliche Rechnung in Frage gestellt. Volker Schafitel (Freie Wähler) hatte einige der letzten Bauvorhaben und deren Kostensteigerung prozentual auf die Planungen in Augsburg übertragen und prognostizierte eine Summe von 300 Millionen Euro statt der veranschlagten 186,3 Mio. Das ist in etwas so als würde man die Bauzeit des BER Flughafens auf den Bau eines jeden neuen Flughafens übertragen…wer würde dann überhaupt noch Flughafen bauen wollen?
Der Architekt Achatz weist solche spekulativen Horrorszenarien natürlich zurück, doch die Öffentlichkeit wird mit solchen unseriösen Meldungen schon mal alarmisiert.
In Mannheim spricht sich Oberbürgermeister Kurz für eine Sanierung des Nationaltheaters aus und erteilt einem Neubau eine Absage. Begonnen soll mit den Planungen im Jahr 2018 werden.
Das Oldenburgische Staatstheater erwartet die Sanierung der Obermaschinerie im Kleinen Haus im Sommer 2018 und hat jetzt die Planungen für ein Theaterzelt den „Uferpalast“ im Rheinhafen bekannt gegeben.
Die Stadt Delmenhorst hat die bereits eingeplanten 2,5 Mio Euro für die Sanierung des Kleinen Theaters erst einmal ganz gestrichen, obwohl man das Vorhaben seit 2013 vor sich her schiebt.
In Frankfurt/Main hat die Vorlage der Pläne zur Generalsanierung von Oper und Schauspiel in Höhe von 900 Millionen Euro einigen die Sprache verschlagen. Nun findet ausgerechnet der Chef der Frankfurter Berufsfeuerwehr als erster ganz neue Worte: Am Brandschutz liegt es nicht, dass das Theater saniert werden muss, sagt er. Auch dementiert er, dass die Feuerwehr eine Frist gesetzt habe, wann die Betriebserlaubnis auslaufen solle.
Fraktionen und Ausschüsse des Stadtrates sind entsetzt, konsterniert und verärgert. Das alles ändert jedoch nichts an der Notwendigkeit einer umfassenden Theatersanierung, über die man nun erneut beraten will.
Die gute Nachricht zum Schluss:
Die Stadt Lübeck hat den Architektur Wettbewerb zur Sanierung des Figuren-Theaters und des angeschlossenen Museums erfolgreich durch Bekanntgabe eines Preisträger beendet. Jetzt kann geplant und dann gebaut werden…

München: Vorstellung ohne Dekoration

Die Sanierung des Münchner Gärtnerplatz-Theaters ist erfolgreich abgeschlossen, dass Haus ist wieder für sein Publikum da. Allerdings nicht ohne Pannen. Mit der Sanierung war die Ladezone in eine andere Straße hinter dem Theater verlegt worden. Bereits 2013 hatte deshalb das Theater die Einrichtung einer Halteverbotszone beantragt.

Doch nichts geschah, anscheinend hatte die Stadtverwaltung den Antrag auf die lange Bank geschoben.

In der vergangenen Woche passierte dann das Unvermeidliche: die vier notwendigen Container mit der Dekoration der Oper La Cenerentola kamen durch die zugeparkte Straße nicht zu ihrem Ziel.

Die Aufführung fand deshalb ohne Dekoration statt.

Auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung erklärte man, dass schließlich drei Ämter an einer solchen Entscheidung beteiligt werden müssen…

Die ganze Geschichte u.a. hier…

Heidelberg: Historische Stadthalle wird Dank Spende zum Konzertsaal


Die Heidelberger Stadthalle wurde 1903 anläßlich des hundertjährigen Jubiläums der Universitätsreform eröffnet und beherbergt einen Festsaal, der bis zu 2481 Gästen Platz bietet.
Nachdem es in der Vergangenheit Pläne gegeben hatte, einen Umbau in ein Kongresszentrum vorzunehmen, was mit einen neuen Anbau verbunden gewesen wäre, hatte der Heidelberger Stadtrat Anfang Oktober beschlossen, das Gebäude in die Theater- und Orchesterstiftung einzubringen und eine Sanierung mit einem Umbau zu einem Konzertsaal voranzubringen.
Daraufhin stellte jetzt eine Gruppe von Stiftern die Summe von 22 Millionen Euro zur Verfügung. Durch weitere 6 Millionen Euro der Stadt stehen somit 28 Mio Euro bereit. Das Darmstädter Architekturbüro Waechter und Waechter – es realisierte bereits die Sanierung des Heidelberger Theaters – hat ein Konzept für den Stadthallenumbau erarbeitet. Die Machbarkeitsstudie sieht unter anderem den Einbau von Hubböden vor, damit die Stadthalle zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden kann. Außerdem soll die Akustik verbessert werden.

Heritage 2018 – Tage der historischen Theater 2017

Die Europäische Union hat als Thema für das Jahr 2018 das Europäische Kulturerbe gewählt. In dem Aufruf heißt es:

Mit diesem Themenjahr fordert die Europäische Kommission auf, dazu beizutragen, Europa den Europäern wieder ein Stück näher zu bringen. Werfen wir gemeinsam einen Blick auf unser kulturelles Erbe, hören unserer gemeinsamen europäischen Geschichte zu, erzählen sie weiter – auch ganz lokal bei uns zuhause.

Bereits Ende Oktober/ Anfang November 2017 fanden die Tage der historischen Theater in Europa statt.

Verschiedene Verbände und Organisationen arbeiten an Datenbanken, die interessante Informationen zu (historischen) Theatern in ganz Europa enthalten. Ein Blick lohnt sich!

Die umfangreichste Datenbank mit über 5000 Theatern findet man hier.

Sie ist Teil eines größeren Projektes, welches Europas Routen zu historischen Theater beschreibt, siehe auch hier.

Funde historischer technischer Ausstattung können bei den jeweiligen Theatern durch Fotos und Informationen ergänzt werden. Hinweise dazu bitte an die Arbeitsgruppe historische Theatertechnik im DTHG-Forum posten – siehe hier.

Die im Dunkeln sieht man doch!

## Aufruf zum Flashmob vorm Reichstagsgebäude am Montag, den 13.11.2017 um 15:30 Uhr an alle Kulturschaffenden

Kultur spielt in den aktuellen Jamaika-Koalitionsverhandlungen keine Rolle und das obwohl der Beitrag der Kultur- und Kreativwirtschaft zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung in Deutschland vergleichbar ist mit dem der Automobilindustrie. Kulturpolitik ist ganz offensichtlich für Politiker kein relevantes Thema. Das muss sich ändern!
Deshalb treffen sich Kulturschaffende am Montag, den 13.11.2017 um 15:30 Uhr zu einem Flashmob mit dem Motto **Die im Dunkeln sieht man doch! **
Verkleidet Euch bunt und schillernd, tragt Schilder mit Sprüchen und nehmt Spotlights oder Taschenlampen mit. Die Aktion soll nicht länger als 30 Minuten dauern, also kommt pünktlich. Wir machen davon schöne Fotos und füttern die Presse.
Leitet diesen Aufruf bitte an Eure selbstständigen Kolleg*innen, aber auch an festangestellte Kolleg*innen in den Theatern, Museen, Orchestern… weiter.
Wir freuen uns auf Euch!
Judith und Sonja vom Bund der Szenografen

Nach nur 15 Jahren…


Ab 2019 muss am Opernhaus in Erfurt gebaut werden. Wie der MDR und andere Medien berichten, sind nach nur 15 Jahren seit der Eröffnung, gravierende Baumängel nicht mehr zu ignorieren. Bereits im August dieses Jahres war eine erste Liste der Mängel erstellt worden: Abwasserrohre sind defekt, die Seitenbühne lässt sich nicht mehr mit Zuverlässigkeit zu szenischen Wechseln einsetzen, die Computertechnologie, Ton- und Beleuchtungstechnik sind völlig veraltet, die Open-Air-Bühne im Innenhof wurde bereits gesperrt… Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) schätzt den Finanzbedarf zur Behebung des Sanierungsstaus auf einen zweistelligen Millionenbetrag.
In den letzten Jahren stand lediglich eine Summe von 200.000 € zur laufenden Werterhaltung zu Verfügung. Damit konnte in diesem Jahr gerade der dringend sanierungsbedürftige Bühnenboden ausgetauscht werden, nach 14 Jahren – normalerweise ist diese Werterhaltung alle 10 Jahre fällig.
Wurde hier bereits beim Bau an der falschen Stelle gespart und dann die Aufwendungen für den laufenden Erhalt und die Modernisierung des Gebäudes unterschätzt?

Weitere Infos auch [hier.](http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/erfurt/theater-erfurt-sanierung-100.html)

Mindestens fünf Millionen Euro Schaden in der Staatsoperette


Für November ist ein Interimsspielplan in Arbeit

Gestern, am Montag, 23. Oktober, trat der nach der Havarie in der Staatsoperette gebildete Krisenstab unter Leitung der Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch erstmalig zusammen. Die Aufnahme der Schäden ist noch im Gange. Erste Gutachten werden voraussichtlich bis zum Ende dieser Woche vorliegen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass Schäden von mindestens fünf Millionen Euro an Scheinwerfern, Audio- und Videoanlage, Bühnenboden, Instrumenten und Unterbühnenmaschinerie entstanden sind, als sich 16 000 Liter Wasser über dem Bühnenbereich ergossen. Zu dem Schaden kam es bei der turnusmäßigen Überprüfung der Brandmeldeanlage durch eine Fremdfirma am vergangenen Mittwoch, 18. Oktober. Der Test fand bereits zum wiederholten Male statt, ohne dass dabei technische Probleme auftraten.

Bis zum Ende dieser Woche stimmt sich Intendant Wolfgang Schaller mit dem künstlerischen und technischen Personal ab, wie der Interimsspielplan für den Monat November gestaltet werden kann. Die Kulturbürgermeisterin hatte in einem Rundschreiben am Donnerstag, 19. Oktober, alle Intendantinnen und Intendanten sowie Leiterinnen und Leiter von Einrichtungen, die sich in der Trägerschaft der Landeshauptstadt Dresden oder des Freistaates Sachsen befinden und die über Spielstätten in angemessener Größe und Ausstattung verfügen, gebeten, kurzfristig freie Kapazitäten sowie technische Voraussetzungen zu prüfen und freie Termine für ersatzweise Aufführungen der Staatsoperette zur Verfügung zu stellen. Hier liegen erste Angebote vor, die Wolfgang Schaller nun hinsichtlich der Spielbedingungen prüft.

Mit Unterstützung des Rechtsamtes der Landeshauptstadt Dresden werden die versicherungsrechtlichen Fragen geklärt.

## Anmerkung: Bei einer Verwendung von Sprühnebel-Sprinklern, hätte dieser immense Sachschaden vermeiden werden können. Diese sind allerdings in der Anschaffung teurer. Aber keine 5 Millionen.

„Wenn‘s nichts kostet…“

Das Folkwang Museum hat die Zahl seiner Besucher verdoppelt ! Grund dafür ist, dass die Standard-Ausstellung keinen Eintrittspreis mehr kostet.
Während dies in England und z.T. auch in Frankreich gute Praxis ist, gilt in Deutschland die Regel: *Was nichts kostet, ist auch nichts wert.*
Aber vielleicht stimmt diese Regel nicht. Vielleicht grenzen hohe Eintrittspreise einen Teil der Bevölkerung von der Teilhabe an der öffentlich geförderten Kultur aus? Bezöge man diese Erkenntnis auch auf die Theater, so lässt sich leicht feststellen, dass die schleichende Erhöhung der Eintrittspreise allerorten wohl nie im Sinne eines Kulturauftrages sondern stets auf Grund finanzieller Not geschieht. Freiwillig will wohl kein Theater sein Publikum dezimieren. Oder sollte doch etwas daran sein, dass man sich Theater *leisten können muss?* Und wie geht man dann mit dem Vorwurf einer *elitären Kunst* um?
Die Theater können über mangelnde Besucher im allgemeinen nicht klagen: 31 Millionen sind eine stolze Zahl.
Aber wäre es nicht auch mal Zeit für ein Experiment: eine Spielzeit lang kostenloser Eintritt zu allen Vorstellungen?
Knapp 500 Millionen Euro betragen die Einnahmen der Theater in Deutschland – was soviel wie 19,2307692 km neu gebauter Autobahnstraßen entspricht, die ja auch aus Steuereinnahmen bezahlt werden.
Aber was wäre, wenn sich dann die Zahl der Theaterzuschauer auch verdoppeln würde….nicht auszudenken.