Andreas Weidmann tödlich verunglückt

Die DTHG trauert um Andreas Weidmann.

Er verstarb am 11. August 2018 durch einen Unfall. Andreas Weidmann wurde 55 Jahre alt. Fast 15 Jahre war er für die Berliner Festspiele, bzw. die Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin (KBB) GmbH tätig. Nach Stationen an der Schaubühne am Lehniner Platz und am Theater des Westens in Berlin und übernahm er die Technische Leitung der Berliner Festspiele. Seit dem Jahr 2013 war er Technischer Direktor der KBB, blieb aber den Berliner Festspielen weiterhin als Technischer Leiter erhalten.

Theater war für ihn eine große Leidenschaft. Neben seiner Tätigkeit im Haus der Berliner Festspiele hat er sich auch als DTHG-Mitglied stets für die Branche eingesetzt und „sein“ Haus gern für Regionaltreffen oder andere Veranstaltungen geöffnet und viel zur Förderung des Nachwuchses getan.

Sein plötzlicher Tod ist für uns unfassbar. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, und unsere Gedanken sind auch bei den Kollegen und Freunden der Berliner Festspiele, mit denen er viele Jahre zusammengearbeitet hat.

Im Namen des Vorstandes

Wesko Rohde

 

Näheres zur Beisetzung wird später bekanntgegeben.

(Foto: privat.)

IKF Förderbereich “Künstlerische Aktionen” – Antragsfrist: 10. September 2018

Die vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Individuelle KünstlerInnen Förderung (IKF) unterstützt KünstlerInnen aus dem Ruhrgebiet, die bei künstlerischen Aktionen, Projekten und Veranstaltungen kurzfristig Unterstützung benötigen.

Interessierte Künstler können entsprechende Förderanträge an die IKF stellen. Die nächste Antragsfrist ist der 10. September 2018. 

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

 

 

Keine Sanierung in Oberammergau

Es hätte so schön werden sollen. Nachdem Sanierung und Eweiterung des Oberammergauer Festspielhauses bereits beschlossen waren (siehe auch hier) startete eine Bürgerinitiative, um ein Bürgerbegehren gegen die angebliche „Luxussanierung“ zu verlangen. Doch bevor die Bürger zur Entscheidung gerufen werden, machte nun der Gemeinderat seinen Beschluss rückgängig und kommt damit den empörten Bürgern zuvor. Zur Begründung heißt es, dass auf Grund eines vermeintlich durchzuführenden Begeherens es unmöglich sei, den Plan einzuhalten. Das sanierte Haus sollte 2020 fertig sein. – Doch nun bleibt alles wie es ist. Nach 2020 will man erneut über die Pläne diskutieren. Vermutlich.

mehr siehe hier

In Würzburg rollen die Bagger

Auch in Bayern haben inzwischen die Ferien begonnen. Damit startet in Würzburg die Sanierung des Mainfranken Theaters. Bis zum 2022 sollen Maßnahmen im Wert von 69 Millionen Euro durchgeführt werden. In diesem Jahr beginnen die Arbeiten für die Errichtung eines neuen Vorbaus.
Geplant sind unter anderem die Einrichtung eines „Kleinen Hauses“ wie eines Ballettprobenraums in dem neuen Kopfbau des Theaters, die Schaffung eines neuen Orchesterprobenraums, die Sanierung des Haupttraktes mit dem „Großen Haus“ sowie die Vergrößerung der Werkstätten. Außerdem sollen sämtliche ausgelagerte Theaterbereiche ins Theatergebäude verlegt werden.

„Damit wird das Theater fit für das 21. Jahrhundert: Nur so können wir die zentralen Anforderungen an einen wirtschaftlichen, sicheren und zukunftsfähigen Spielbetrieb erfüllen“,

sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt.

Mannheim: Wer zahlt wieviel?

Die Notwendigkeit der Sanierung des Nationaltheaters Mannheim ist unstrittig. Ob allerdings die bnötigten 240 Millionen Euro aufgebracht werden können ist noch unklar. Bisher liegen Zusagen in Höhe von je 80 Millionen Euro durch den Bund (Kulturstaatsministerin Grütters) und die Stadt Mannheim vor. Die Frage an das Land Baden-Württemberg hat den Ministerpräsidenten Kretschmann “in Erstaunen versetzt”, wie t-online meldet. Es handele sich um eine freiwillige Leistung, so der MP, worauf Mannheim keinen Anspruch habe. Allerdings liegt die Kulturhoheit bei den Bundesländern, so dass sich auch Baden-Württemberg nicht vor der Aufgabe drücken können wird…

Das Nationaltheater Mannheim, dessen erster Bau 1777 als erste “deutsche Nationalschaubühne” eröffnet wurde und in dem 1782 Schillers Räuber uraufgeführt wurden, war nach der Zerstörung 1945, im Jahr 1957 neu erbaut worden. Das Gebäude ist heute ein Kulturdenkmal aufgrund des Baden-Württembergischen Denkmalschutzgesetzes!

Die Generalsanierung soll 2022 beginnen.

Werkstatistik des Bühnenvereins 2016/2017 erschienen

„Terror“ neuer Spitzenreiter im Schauspiel, „Hänsel und Gretel“ Platz 1 in der Oper –
Werkstatistik des Bühnenvereins 2016/2017 erschienen

Ferdinand von Schirachs Gerichtsdrama „Terror“ ist mit 36 Inszenierungen mit großem Abstand Spitzenreiter im deutschen Schauspiel der Spielzeit 2016/2017. Das Stück, das in der vorangegangenen Spielzeit uraufgeführt wurde und schon damals mit 18 Inszenierungen stark eingestiegen war, hat seine Inszenierungszahl also verdoppelt. Auf dem zweiten Platz liegt Goethes „Faust“ (27 Inszenierungen), gefolgt von Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ mit 24 Inszenierungen. Unter den Top Ten befindet sich auf Platz 5 „Frau Müller muss weg“ von Lutz Hübner (20 Inszenierungen), auf Platz 8 „Geächtet“ von Ayad Akhtar (14 Inszenierungen) und auf Platz 9 die Houllebecq-Bearbeitung von „Unterwerfung“ (13 Inszenierungen). „Die Theater spiegeln die gesamtgesellschaftlichen Probleme und Ängste, die Herausforderungen einer Demokratie in ihren Spielplänen“ sagte Marc Grandmontagne, der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, heute in Köln. „Sie bieten ein Forum, in dem die Menschen unterschiedliche Standpunkte erleben und diskutieren können. Das ist eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft.“ Der Autor mit den höchsten Zahlen beim Gesamtwerk im Schauspiel bleibt Shakespeare mit insgesamt 111 Inszenierungen.

In der Oper führt Humperdincks „Hänsel und Gretel“ mit 33 Inszenierungen, gefolgt von Bizets „Carmen“ (24 Inszenierungen) und erst auf dem dritten Platz „Die Zauberflöte“ von Mozart (23 Inszenierungen). Diese Werke hatten auch in der letzten Spielzeit die drei Spitzenpositionen unter sich ausgemacht, damals allerdings – wie so oft – mit der „Zauberflöte“ auf Platz 1. Mozart bleibt jedoch mit 98 Inszenierungen der Komponist mit den höchsten Inszenierungszahlen bezogen auf alle Werke.

Auffällig ist, dass sich unter den zehn führenden Opernkomponisten keine Frau befindet, ebenso bei Operette und Musical. Während derzeit eine intensive Debatte über die Repräsentanz von Frauen vor und hinter der Bühne geführt wird, dürfte es im Bereich der Autorinnen und Autoren eines Repertoires, das sich über Jahrhunderte entwickelt hat und sich nur langsam verändert, besonders schwierig sein, eine gerechtere Beteiligung aller Geschlechter zu erreichen. Unter den 3.727 Urheberinnen und Urhebern von Theaterwerken insgesamt, also Autorinnen und Autoren, Komponistinnen und Komponisten sowie Choreografinnen und Choreografen, finden sich immerhin 976 Frauen, also 26 Prozent. Sieben Prozent aller Werke sind von Kollektiven erschaffen, vornehmlich im Bereich „Projekte/Performances“. Bei „Projekte/Performances“ dominiert diesmal das Regiekollektiv Rimini Protokoll mit vier Produktionen die Top Ten der Aufführungszahlen (993 Aufführungen) in Deutschland.

Die Werkstatistik 2016/2017 beruht auf den Daten zu Werken und Inszenierungen samt Aufführungs- und Zuschauerzahlen für verschiedene Sparten. 461 Theater aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, davon 385 aus Deutschland, haben ihre Zahlen der Redaktion der DEUTSCHEN BÜHNE gemeldet. Begleitend zur Werkstatistik werden die Zahlen zur Spielzeit 2016/2017 im Schwerpunkt „Was will das Publikum?“ des Juli-Hefts der DEUTSCHEN BÜHNE erläutert und illustriert.

Tabellen der Werkstatistik finden Sie als Download rechts auf https://bit.ly/2uqhBqg.

Bestellung der Werkstatistik 2016/2017 (Kosten: 25,- Euro + Versandkosten) und des Juli-Heftes „Was will das Publikum?“ der DEUTSCHEN BÜHNE (8,40 Euro + Versandkosten): sekretariat@die-deutsche-buehne.de

Herausgeber: Deutscher Bühnenverein – Bundesverband der Theater und Orchester

Bundeskulturstiftung fördert Projekte mit mehr als 26 Millionen

Unter Vorsitz der Kulturstaatsministerin Monika Grütters verabschiedete die Bundeskultursatiftung Programme und Projekte im Umfang von insgesamt 26,6 Mio. Euro.

Das größte Vorhaben ist das Programm Kultur digital, das bis 2024 insgesamt 18 Mio. Euro erhält. Gefördert wird die Entwicklung und Umsetzung digitaler Vorhaben in den Bereichen digitales Kuratieren, künstlerische Produktion, Vermittlung und Kommunikation in Kulturinstitutionen jeglicher Sparten. Die Häuser arbeiten im projektbezogenen Verbund von mindestens zwei Kultureinrichtungen sowie mit Expertinnen für Digitales zusammen, um sich neue Kompetenzen anzueignen, Wissen und Inhalte auszutauschen und in offenen Netzwerken zu veröffentlichen.

Als drittes Vorhaben im Rahmen des Programms Kultur digital werden in den Jahren 2019 bis 2021 insgesamt 54 Künstlerstipendien für Theaterschaffende an der in Gründung befindlichen Akademie für Digitalität und Theater, einer gemeinsamen Initiative des Theater Dortmund, des Landes NRW und der Stadt Dortmund, gefördert. Mit der Akademie, die in Kooperation mit dem Deutschen Bühnenverein, der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft, der Folkwang Universität der Künste und der Fachhochschule Dortmund aufgebaut wird, entsteht für die Theater in Deutschland erstmals ein Ort der digitalen künstlerischen Forschung und der Aus- und Weiterbildung des künstlerischen wie auch technischen Personals.

Sommerfest der Freien Volksbühne eV mit historischer Theatertechnik

Auf dem Sommerfest der Freien Volksbühne e. V. Berlin präsentierte das Büro für Bühnentechnik und Geschichte am 1-7-2018  das Funktionsmodell der Donnermaschine des Schlosstheaters Ostankino Moskau. Ausgestellt waren auch die Schautafeln über den Kalklichtscheinwerfer, den Parabolspiegel-Scheinwerfer von Gärtner und von Kulibin, das Heilige Grab von Neuzelle und Patsch, der Wasserfall der Volksbühne Rosa Luxemburg Platz und allg. Effektgeräte.

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Das Foto zeigt Herrn Oliver Reese, Direktor des Berliner Ensemble bei einem Interview.

Klaus Wichmann

Oberammergau beschließt Sanierung des Passionstheaters

Für 4,2 Millionen Euro soll das Passionstheater in Oberammergau umfangreich saniert werden, so hat der Gemeinderat es beschlossen. Geplant sind u.a. ein neues Foyer, neue Eingänge an den Seiten, eine neue Farbgebung des Gebäudes, neue Türen und der Rückbau von Fenstern.

Die Tageszeitung DER MERKUR schreibt:

Carsten Lück, Technischer Leiter im Theater, sieht in dem Umbau mehrere Vorteile. Es gebe eine „saubere Lösung“ beim Thema Fluchtwege/Brandschutz. Zudem könne die Statik des Foyers überprüft werden. Nachdem in der Vergangenheit Verbesserungen nötig waren, hätten laut dem Architekten neue Stichproben Fragezeichen hinterlassen. Dort, wo Wände geöffnet wurden, „war nicht alles in Ordnung“, erklärte er. „Das ist mir zu heiß“, meinte dazu Markus Köpf (CSU). Schließlich stehe die Gemeinde in der Verantwortung bei der Verkehrssicherheit des Gebäudes.

DTHG feiert 111-jähriges Jubiläum

Mit einem Festakt feierte die DTHG am 13.6.2018 auf der 59. Bühnentechnischen Tagung das 111-jährige Bestehen des Verbandes. In seinem Grußwort bekräftigte Dr. Günter Winands, Ministerialdirektor und Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien die Bedeutung der Theater- und Orchesterlandschaft und die enge Zusammenarbeit zwischen BKM und DTHG bei verschiedenen zukünftigen Projekten. Ein Schwerpunkt liegt in der Erarbeitung eines Leitfadens für Bau und Sanierung von Theatern und Kulturbauten.

In weiteren Grußworten äußerte Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, die Zuversicht, dass die enge Zusammenarbeit von DTHG und DBV richtige und wichtige Antworten auf Fragen der Entwicklung des Theaters oder die Bewältigung des Fachkräftemangels geben könne.

Bert Determann, Präsident des Weltverbandes OISTAT, betonte die große Unterstützung, die durch viele Aktivitäten der DTHG dem Weltverband zuteil wurden und drückte seine Hoffnung aus, dass dies auch in Zukunft so sein werde.

Wesko Rohde, Vorsitzender des Vorstandes der DTHG ging in seiner Festansprache auf die bewegte Geschichte des Verbandes ein und richtete gleichermaßen den Blick in die Zukunft:

Seit ihrer Gründung im Jahre 1907 ist die DTHG eine Organisation, die den Erhalt der Kulturlandschaft in Deutschland und alle damit verbundenen Interessen im Blick haben will. Unsere Mitglieder sind für die messbaren Mittel in den Häusern zuständig. Ohne unsere partnerschaftliche Arbeit an der Ensemblekunst Theater wäre das hohe Sicherheitsniveau und das Bemühen um innovative und großartige Ereignisse nicht möglich. Wir stecken dahinter! ..ist nicht umsonst unser Slogan.

Die letzten Jahrzehnte hat sich teilweise ein Kannibalismus eingestellt, den es zu bekämpfen gilt. Lange wurde gespart, oft auf Kosten der Substanz der Häuser und auf dem Rücken der Mitarbeiter auf unter hinter der Bühne. Diese Substanz ist aber nicht wegzudenkende Grundlage eben jenes Weltkulturerbes Theater.

Die Theaterbauten benötigen Innovation und Öffnung, kulturell wie politisch. Planer und Architekten müssen die Möglichkeit erhalten diese besonderen Bauwerke der letzten Jahrhunderte unter neuen Gesichtspunkten zu betrachten.

Eine ganzheitliche Betrachtung ist für die einmalige Weltkulturerbelandschaft der Theater notwendig, will man die Häuser in ihrer Bedeutung erhalten.

Im Anwesenheit von 350 Mitgliedern und Gästen wurden besonders verdienstvolle Mitglieder des Verbandes mit der silbernen Ehrennadel “111”  geehrt und der Startschuss für die DTHG-online-Chronik gegeben.