Goldschatz Theater


In der norditalienischen Stadt Como wird derzeit das Teatro Cressoni abgerissen, um an gleicher Stelle noble Eigentumswohnungen zu bauen.
Dabei wurde eine wichtige archäologische Entdeckung gemacht. In einem Specksteinbehälter mit ungewöhnlichen Formen und in gewisser Weise ähnlich einer Urne wurde ein Schatz aufbewahrt, der am Mittwoch, den 7. September während der Ausgrabungsarbeiten in der Nähe der ehemaligen Bühne des Theaters ans Licht kam.

Die rund dreihundert Goldmünzen hätten wahrscheinlich zur Finanzierung einer Militäraktion gedient, um die Soldaten zu bezahlen. Dies ist zumindest eine der derzeit am meisten anerkannten Hypothesen.
Von gewissem Wert ist auch eine gut erhaltene Inschrift, die unweit der Münzen gefunden wurde.
Eine überraschende Entdeckung ist die Qualität der gefundenen Münzen, die dank der Reinheit des von den Römern verwendeten Goldes geprägt scheinen, auch wenn der wahre Wert der Entdeckung nicht numismatisch, sondern vor allem historisch ist. Tatsächlich sind römische Goldmünzen sehr selten, das kostbare Material wurde in aufeinanderfolgenden Epochen geschmolzen, um sich in andere Münzen unterschiedlicher Prägung oder Juwelen zu verwandeln. *„Wir wissen noch nicht im Detail die historische und kulturelle Bedeutung des Fundes*, sagte der Minister für Kulturerbe, Alberto Bonisoli.
Sicherlich wurde der Behälter mit den Münzen zum letzten Mal in der späten Kaiserzeit geöffnet, als Rom bereits im Niedergang begriffen war und sich der Kaiser und sein Hof nach Ravenna zurückgezogen hatten. Ravenna war leichter zu verteidigen, als die Armee von den barbarischen Stämmen belagert wurde, die oft von ehemaligen römischen Generälen geführt wurden. Einige Münzen können jedoch Jahrhunderte zurückreichen, aber diese Frage kann erst in den kommenden Monaten beantwortet werden, wenn Archäologen die Urne geleert und Stück für Stück katalogisiert haben.

Die Eröffnung des Teatro Cressoni (ursprünglich einfach Teatro Nuovo genannt) fand am 30. Dezember 1870 mit der Aufführung des Dramas Il Proscritto statt, aber die offizielle Einweihung am Abend des 4. März 1871 mit Il Trovatore. Von da an wurden etwa neunzig Opernaufführungen aufgeführt. Die wichtigsten Aufführungen in der Geschichte des Teatro Cressoni waren sicherlich die Lucia von Lammermoor und der Barbier von Sevilla im Jahre 1901, die Luisa Tetrazzini als Hauptdarstellerin sahen, während die letzte Oper, die 1907 von Maria Passeri gespielt wurde, eine Carmen war.
Das Theater wurde auf Initiative von Hannibal Cressoni, Patriot, Dichter und Journalist gebaut und entworfen von Pietro Luzzani. Das Gewölbe des Raumes wurde von Vincenzo De Bernardi bemalt, während die Innenausstattung von Luigi Borgomainerio stammt. Giovanni Pessina, Kostümbildner und Bühnenbildner der Scala, malte die Szenen und das charakteristische Segel, das den alten Hafen von Como mit mehreren Figuren der damaligen Zeit darstellte.
Neben den besten Operettenkompanien spielten am Teatro Cressoni zahlreiche Ensembles wie die Compagnia Milanese von Edoardo Ferravilla (fast jedes Jahr), die Compagnia Goldoniana von Giacinto Gallina, die Compagnia Comica Italiana Dina Galli, die Ensembles von Giacinta Pezzana, Italia Vitaliani, Ermete Zacconi und Ernesto Rossi.
Im Cressoni fand am 12. Mai 1897 auch die erste Vorführung des Reale Cinematografo Lumière statt.
Im Jahre 1910 wurde das Theater geschlossen, innen renoviert und 1913 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es behielt den Namen Cressoni bis 1932, als es in Odeon umbenannt wurde. Etwa dreißig Jahre später wurde es weiter umgebaut und zum Central Kino, bis es 1997 endgültig geschlossen wurde.
Im Jahr 2018 wurde das Innere des Gebäudes abgerissen und nur noch die Umfassungsmauern des Theaters sind erhalten.

APWPT fordert europaweite Kompensation der 2. digitalen Dividende

Der Verband „Association of Professional Wireless Production Technologies“ (APWPT) fordert im 10. Jahr seines Bestehens eine europaweite Kompensation der 2. Digitalen Dividende. Nutzer von drahtlosen Produktionsmitteln sollen damit überall in Europa und darüber hinaus neue Frequenzbereiche als Ausgleich dafür erhalten, dass durch die Einführung des schnellen Internet Frequenzbereiche für diese Nutzer weggefallen sind.

Der Verband setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass auch in allen europäischen Ländern Kompensationszahlungen für die betroffenen Anwender geleistet werden, wie sie etwa in Deutschland, Frankreich und Großbritannien gezahlt worden sind. Durch die  Ausgleichszahlungen sollen insbesondere mittelständische und kleine Unternehmen in die Lage versetzt werden, die notwendige Umstellung auf neue Frequenzbereiche umzusetzen.

Weltweit fallen für Nutzer drahtloser Produktionsmittel in der Content- und Veranstaltungsproduktion notwendige Frequenzen weg, die jetzt überwiegend für den Ausbau vom schnellen Internet benötigt werden. APWPT ist eine unabhängige und ehrenamtliche Vereinigung, die sich auf internationaler Ebene für die effiziente und bedarfsgerechte Bereitstellung und Nutzung von Produktionsfrequenzen für die professionelle Content- und Eventproduktion einsetzt.

Meinungsbarometer.info sprach mit APWPT-Chairman of Executive Board, Matthias Fehr, über die 10-jährige Verbandsarbeit lesen Sie hier das Interview.

International Performing Arts Conference

Vom 17.-21. Dezmeber 2018 findet im Schloß Retzhof in Österreich eine Konferenz zum Thema:

Theater zwischen Tradition und Gegenwartskunst 

statt.

Darstellende Künste im Zeitalter der sich ständig weiterentwickelnden Technologie – traditionelle Formen der darstellenden Künste werden von zeitgenössischen Praktikern immer wieder neu überdacht und gestaltet.

Traditionen der darstellenden Künste, die die Prozesse der zeitgenössischen darstellenden Künste beeinflussen, verbessern und miteinbeziehen und unseren künstlerischen Ausdruck inspirieren – was bedeutet “traditionell” und “zeitgenössisch” für Performer, Künstler und Publikum heute?

Erstaunliche Phänomene der Kunst am Schnittpunkt der Kulturen, wenn die Grenzen der Länder bedingt werden – inspiriert durch die einzigartige Verbindung und den Schritt über die üblichen Praktiken hinaus.

Traditionen als Impuls zur Suche nach der universellen “interkulturellen” Sprache in der zeitgenössischen Performance und im künstlerischen Ausdruck.

Traditionen als unerschöpfliche Inspirationsquelle für die zeitgenössische Künstlergeneration und feste Grundlage für den interkulturellen Dialog.

Vorschläge zu Vorträgen oder Präsentationen können hier eingereicht werden.

50 Jahre OISTAT

Vom 29. September bis 2. Oktober 2018 finden in Cardiff am Royal Welsh College of Music & Drama in Cardiff die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der OISTAT statt.

Eine online Chronik gibt es hier!

Eisenach: Brand in Theaterwerkstätten

In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend und nochmal am Sonntag (der Wind hat nicht gelöschte Glutnester wieder entfacht) hat es im Werkstattgebäude des Theaters Eisenach gebrannt. Betroffen ist der Dachstuhl mit dem Kostümfundus (viele der historischen Kostüme sind für immer verloren), die darunter liegende Kostümwerkstatt (Totalschaden), der wiederum darunterliegende Malsaal mit Wasserschaden direkt und Wasserschäden natürlich am  und im ganze Gebäude.

Der Schaden größer als bisher angenommen. Nach derzeitiger Schätzung beträgt er mehrere 100.000 Euro. Zunächst war von rund 50.000 Euro ausgegangen. Die Brandursache ist noch unklar.

Die Werkstätten von Schneiderei, Schlosserei und Schreinerei könnten in dem etwa 100 Meter vom Theater entfernten Gebäude nicht mehr genutzt werden. “Wir suchen nach kurzfristigen Lösungen”, sagte Theaterdirektor Andris Plucis.

 

Keine Sanierung in Oberammergau

Es hätte so schön werden sollen. Nachdem Sanierung und Eweiterung des Oberammergauer Festspielhauses bereits beschlossen waren (siehe auch hier) startete eine Bürgerinitiative, um ein Bürgerbegehren gegen die angebliche „Luxussanierung“ zu verlangen. Doch bevor die Bürger zur Entscheidung gerufen werden, machte nun der Gemeinderat seinen Beschluss rückgängig und kommt damit den empörten Bürgern zuvor. Zur Begründung heißt es, dass auf Grund eines vermeintlich durchzuführenden Begeherens es unmöglich sei, den Plan einzuhalten. Das sanierte Haus sollte 2020 fertig sein. – Doch nun bleibt alles wie es ist. Nach 2020 will man erneut über die Pläne diskutieren. Vermutlich.

mehr siehe hier

In Würzburg rollen die Bagger

Auch in Bayern haben inzwischen die Ferien begonnen. Damit startet in Würzburg die Sanierung des Mainfranken Theaters. Bis zum 2022 sollen Maßnahmen im Wert von 69 Millionen Euro durchgeführt werden. In diesem Jahr beginnen die Arbeiten für die Errichtung eines neuen Vorbaus.
Geplant sind unter anderem die Einrichtung eines „Kleinen Hauses“ wie eines Ballettprobenraums in dem neuen Kopfbau des Theaters, die Schaffung eines neuen Orchesterprobenraums, die Sanierung des Haupttraktes mit dem „Großen Haus“ sowie die Vergrößerung der Werkstätten. Außerdem sollen sämtliche ausgelagerte Theaterbereiche ins Theatergebäude verlegt werden.

„Damit wird das Theater fit für das 21. Jahrhundert: Nur so können wir die zentralen Anforderungen an einen wirtschaftlichen, sicheren und zukunftsfähigen Spielbetrieb erfüllen“,

sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt.

Mannheim: Wer zahlt wieviel?

Die Notwendigkeit der Sanierung des Nationaltheaters Mannheim ist unstrittig. Ob allerdings die bnötigten 240 Millionen Euro aufgebracht werden können ist noch unklar. Bisher liegen Zusagen in Höhe von je 80 Millionen Euro durch den Bund (Kulturstaatsministerin Grütters) und die Stadt Mannheim vor. Die Frage an das Land Baden-Württemberg hat den Ministerpräsidenten Kretschmann “in Erstaunen versetzt”, wie t-online meldet. Es handele sich um eine freiwillige Leistung, so der MP, worauf Mannheim keinen Anspruch habe. Allerdings liegt die Kulturhoheit bei den Bundesländern, so dass sich auch Baden-Württemberg nicht vor der Aufgabe drücken können wird…

Das Nationaltheater Mannheim, dessen erster Bau 1777 als erste “deutsche Nationalschaubühne” eröffnet wurde und in dem 1782 Schillers Räuber uraufgeführt wurden, war nach der Zerstörung 1945, im Jahr 1957 neu erbaut worden. Das Gebäude ist heute ein Kulturdenkmal aufgrund des Baden-Württembergischen Denkmalschutzgesetzes!

Die Generalsanierung soll 2022 beginnen.

Werkstatistik des Bühnenvereins 2016/2017 erschienen

„Terror“ neuer Spitzenreiter im Schauspiel, „Hänsel und Gretel“ Platz 1 in der Oper –
Werkstatistik des Bühnenvereins 2016/2017 erschienen

Ferdinand von Schirachs Gerichtsdrama „Terror“ ist mit 36 Inszenierungen mit großem Abstand Spitzenreiter im deutschen Schauspiel der Spielzeit 2016/2017. Das Stück, das in der vorangegangenen Spielzeit uraufgeführt wurde und schon damals mit 18 Inszenierungen stark eingestiegen war, hat seine Inszenierungszahl also verdoppelt. Auf dem zweiten Platz liegt Goethes „Faust“ (27 Inszenierungen), gefolgt von Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ mit 24 Inszenierungen. Unter den Top Ten befindet sich auf Platz 5 „Frau Müller muss weg“ von Lutz Hübner (20 Inszenierungen), auf Platz 8 „Geächtet“ von Ayad Akhtar (14 Inszenierungen) und auf Platz 9 die Houllebecq-Bearbeitung von „Unterwerfung“ (13 Inszenierungen). „Die Theater spiegeln die gesamtgesellschaftlichen Probleme und Ängste, die Herausforderungen einer Demokratie in ihren Spielplänen“ sagte Marc Grandmontagne, der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, heute in Köln. „Sie bieten ein Forum, in dem die Menschen unterschiedliche Standpunkte erleben und diskutieren können. Das ist eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft.“ Der Autor mit den höchsten Zahlen beim Gesamtwerk im Schauspiel bleibt Shakespeare mit insgesamt 111 Inszenierungen.

In der Oper führt Humperdincks „Hänsel und Gretel“ mit 33 Inszenierungen, gefolgt von Bizets „Carmen“ (24 Inszenierungen) und erst auf dem dritten Platz „Die Zauberflöte“ von Mozart (23 Inszenierungen). Diese Werke hatten auch in der letzten Spielzeit die drei Spitzenpositionen unter sich ausgemacht, damals allerdings – wie so oft – mit der „Zauberflöte“ auf Platz 1. Mozart bleibt jedoch mit 98 Inszenierungen der Komponist mit den höchsten Inszenierungszahlen bezogen auf alle Werke.

Auffällig ist, dass sich unter den zehn führenden Opernkomponisten keine Frau befindet, ebenso bei Operette und Musical. Während derzeit eine intensive Debatte über die Repräsentanz von Frauen vor und hinter der Bühne geführt wird, dürfte es im Bereich der Autorinnen und Autoren eines Repertoires, das sich über Jahrhunderte entwickelt hat und sich nur langsam verändert, besonders schwierig sein, eine gerechtere Beteiligung aller Geschlechter zu erreichen. Unter den 3.727 Urheberinnen und Urhebern von Theaterwerken insgesamt, also Autorinnen und Autoren, Komponistinnen und Komponisten sowie Choreografinnen und Choreografen, finden sich immerhin 976 Frauen, also 26 Prozent. Sieben Prozent aller Werke sind von Kollektiven erschaffen, vornehmlich im Bereich „Projekte/Performances“. Bei „Projekte/Performances“ dominiert diesmal das Regiekollektiv Rimini Protokoll mit vier Produktionen die Top Ten der Aufführungszahlen (993 Aufführungen) in Deutschland.

Die Werkstatistik 2016/2017 beruht auf den Daten zu Werken und Inszenierungen samt Aufführungs- und Zuschauerzahlen für verschiedene Sparten. 461 Theater aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, davon 385 aus Deutschland, haben ihre Zahlen der Redaktion der DEUTSCHEN BÜHNE gemeldet. Begleitend zur Werkstatistik werden die Zahlen zur Spielzeit 2016/2017 im Schwerpunkt „Was will das Publikum?“ des Juli-Hefts der DEUTSCHEN BÜHNE erläutert und illustriert.

Tabellen der Werkstatistik finden Sie als Download rechts auf https://bit.ly/2uqhBqg.

Bestellung der Werkstatistik 2016/2017 (Kosten: 25,- Euro + Versandkosten) und des Juli-Heftes „Was will das Publikum?“ der DEUTSCHEN BÜHNE (8,40 Euro + Versandkosten): sekretariat@die-deutsche-buehne.de

Herausgeber: Deutscher Bühnenverein – Bundesverband der Theater und Orchester

Bundeskulturstiftung fördert Projekte mit mehr als 26 Millionen

Unter Vorsitz der Kulturstaatsministerin Monika Grütters verabschiedete die Bundeskultursatiftung Programme und Projekte im Umfang von insgesamt 26,6 Mio. Euro.

Das größte Vorhaben ist das Programm Kultur digital, das bis 2024 insgesamt 18 Mio. Euro erhält. Gefördert wird die Entwicklung und Umsetzung digitaler Vorhaben in den Bereichen digitales Kuratieren, künstlerische Produktion, Vermittlung und Kommunikation in Kulturinstitutionen jeglicher Sparten. Die Häuser arbeiten im projektbezogenen Verbund von mindestens zwei Kultureinrichtungen sowie mit Expertinnen für Digitales zusammen, um sich neue Kompetenzen anzueignen, Wissen und Inhalte auszutauschen und in offenen Netzwerken zu veröffentlichen.

Als drittes Vorhaben im Rahmen des Programms Kultur digital werden in den Jahren 2019 bis 2021 insgesamt 54 Künstlerstipendien für Theaterschaffende an der in Gründung befindlichen Akademie für Digitalität und Theater, einer gemeinsamen Initiative des Theater Dortmund, des Landes NRW und der Stadt Dortmund, gefördert. Mit der Akademie, die in Kooperation mit dem Deutschen Bühnenverein, der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft, der Folkwang Universität der Künste und der Fachhochschule Dortmund aufgebaut wird, entsteht für die Theater in Deutschland erstmals ein Ort der digitalen künstlerischen Forschung und der Aus- und Weiterbildung des künstlerischen wie auch technischen Personals.