Oberammergau beschließt Sanierung des Passionstheaters

Für 4,2 Millionen Euro soll das Passionstheater in Oberammergau umfangreich saniert werden, so hat der Gemeinderat es beschlossen. Geplant sind u.a. ein neues Foyer, neue Eingänge an den Seiten, eine neue Farbgebung des Gebäudes, neue Türen und der Rückbau von Fenstern.

Die Tageszeitung DER MERKUR schreibt:

Carsten Lück, Technischer Leiter im Theater, sieht in dem Umbau mehrere Vorteile. Es gebe eine „saubere Lösung“ beim Thema Fluchtwege/Brandschutz. Zudem könne die Statik des Foyers überprüft werden. Nachdem in der Vergangenheit Verbesserungen nötig waren, hätten laut dem Architekten neue Stichproben Fragezeichen hinterlassen. Dort, wo Wände geöffnet wurden, „war nicht alles in Ordnung“, erklärte er. „Das ist mir zu heiß“, meinte dazu Markus Köpf (CSU). Schließlich stehe die Gemeinde in der Verantwortung bei der Verkehrssicherheit des Gebäudes.

Förderbescheid für Orchesterprobenraum

Am 9. April 2018 wurde dem Nationaltheater Weimar ein Förderbescheid für den Anbau eines Orchesterprobensaales durch die durch die Staatssekretärin für Kultur und Europa des Freistaates Thüringen, Frau Dr. Babette Winter, überreicht.

Die Staatskapelle Weimar probt derzeit in einem bereits seit mehreren Jahren gekündigten angemieteten Probensaal in einer ehemaligen Turnhalle am Landesverwaltungsamt in Weimar. Nach einem angemessenen Probensaal wird seit mehreren Jahren gesucht. Nach einer Studie zur Standortfindung wurde eine Machbarkeitsstudie „Probensaal Staatskapelle an der Redoute“ erstellt. Mit dem Ausbau wird einerseits die räumliche Situation verbessert, andererseits soll der Standort mit der Probebühne Redoute als Probenzentrum etabliert werden, um Synergieeffekte zu nutzen. Die Probebühne des DNT (Deutsches Nationaltheater Weimar) ist im Bestandsgebäude untergebracht. Mit dem Erweiterungsneubau werden ein Probensaal, Einspielzimmer für die Musiker, Instrumentenlager, Räume für Solisten, Dirigenten und Orchesterwarte geschaffen.

Die gesamte Fördersumme beträgt 5,72 Mio Euro, wovon 79% das Land Thüringen und 21% durch die Stadt Weimar übernommen werden.

v.l.n.r Hasko Weber (GI DNT), Stefan Rabe (Architekt Planungsbüro pbr AG, Büro Jena), Nils Kretschmer (Orchesterdirektor Staatskapelle Weimar), Stefan Wolf (OB Weimar), Dr. Babette Winter (Staatsekretärin für Kultur und Europa).

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Foto: v.l.n.r Hasko Weber (GI DNT), Stefan Rabe (Architekt Planungsbüro pbr AG, Büro Jena), Nils Kretschmer (Orchesterdirektor Staatskapelle Weimar), Stefan Wolf (OB Weimar), Dr. Babette Winter (Staatsekretärin für Kultur und Europa). ©Nationaltheater Weimar.

Theaterbausammlung nun vollständig online verfügbar

 

Liebe theater- und sammlungsbegeisterte KollegInnen und Freunde des Studiengangs,

Pünktlich zu Beginn des Europäischen Kulturerbe-Jahres 2018 geht die Theaterbausammlung der TU Berlin mit über 5000 Objekten online. Das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanzierte Kooperationsprojekt zwischen der TU Berlin und der Beuth Hochschule hat sein Ziel – die Erschließung und Digitalisierung der Theaterbausammlung der TU Berlin – nach zwei Jahren erfolgreich erreicht.

Die Sammlung beherbergt gut erhaltene Archivalien aus dem Zeitraum 1939 bis 1969 zu mehr als 500 Theaterbauten schwerpunktmäßig in Deutschland, Österreich, Frankreich, Slowenien, Polen, Tschechische Republik und Russland. Die bildlichen Materialien – Grundrisse, Schnitte, Fotografien und Schriftdokumente – geben einen einzigartigen Überblick des Zustands mitteleuropäischer Kulturbauten in der Mitte des 20. Jahrhunderts: Einerseits bildet die Sammlung eine Bestandsaufnahme der visionären Entwicklungen der 20er und 30er Jahre, andererseits dokumentieren die Objekte sowohl Stagnation als auch Rückbau während des Dritten Reichs von 1933 bis 1945. Zugleich gibt die Sammlung wertvolle Einblicke in die Visionen des architektonischen Aufbruchs der Nachkriegsmoderne bis in die 60er und 70er Jahre.

Die Sammlung ist ab sofort vollständig über die Onlinedatenbank des Architekturmuseums der TU Berlin für die Wissenschaft und eine breite Öffentlichkeit frei zugänglich und leistet damit schon jetzt einen wertvollen Beitrag zum Erhalt und zur Sichtbarmachung kulturellen (Theater)Erbes in Europa.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Bri Newesely, Dr. Hans-Dieter Nägelke, Prof. Kerstin Laube, Franziska Ritter und Team

Projektseiten
http://www.tu-buehnenbild.de/forschung/theaterbausammlung/
https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=610

Projekt-Team
Architekturmuseum TU Berlin – Dr. Hans-Dieter Nägelke
FG Theatertechnik Beuth HS Berlin – Prof. Dr. Bri Newesely
Bühnenbild_Szenischer Raum TU Berlin – Projektleitung: Franziska Ritter
Studentische Hilfskräfte: Robert Huth, Julia Kleinschmidt, Birte Dördelmann

(c) Fotos: Franziska Ritter

Sanierungsstau konkret

Ein beredtes Zeugnis des allgegenwärtigen Sanierungsstaus an den deutschen Theatern gibt der Intendant des Berliner Ensembles Oliver Reese in einem Interview in der NZZ:

Oliver Reese:
> . . . flapsig gesagt, eine Bruchbude! Wie schlecht der Zustand des Hauses, wie gewaltig der Sanierungsstau war, habe ich mir selber nicht vorstellen können: Computer von 1999, nur eine einzige Probebühne, keine ausgestattete zweite Spielstätte, eine baufällige Kantine, in der seit 18 Jahren die Küchengeräte nicht überholt wurden….Nachdem wir neunzig Computer gekauft und den Hauptserver erneuert hatten, hat es einen grossen Crash gegeben, und wir mussten feststellen, dass wir auch noch alle Leitungen erneuern mussten, weil das System so alt war. Wir haben in den ersten Wochen von Büro zu Büro gerufen, wir hatten eine marode Telefonanlage, keine Anrufbeantworter, die Video-Ausstattung war katastrophal…

Dem Leser werden Ausführungen über die Haustechnik und den Brandschutz erspart. Insbesondere die Theaterbauten aus der Zeit der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert sind dringend sanierungsbedürftig. Die historische Architektur ist dabei selten geeignet, modernen Anforderungen an Theater- und Haustechnik aufzunehmen.

Wesko Rohde, Vorsitzender der DTHG:
> Die Theaterbauten benötigen Innovation und Öffnung, kulturell wie politisch. Die Planer und Architekten müssen die Möglichkeit erhalten diese besonderen Bauwerke der letzten Jahrhunderte unter neuen Gesichtspunkten zu betrachten, die möglicherweise mit einer Nachkriegsbauordnung und allgemeinen Normungen nicht hinreichend beschrieben werden können. Eine neue Herangehensweise ist für die einmalige Weltkulturerbelandschaft der Theater notwendig, will man die Häuser in ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung erhalten.

Ein Globe Theatre für Berlin

Der Gründer der Berliner Shakespeare Company, Christian Leonhard, will möglichst noch in diesem Jahr ein Freilichttheater in Charlottenburg eröffnen. Nach fast 20-jährigem Kampf habe er von der Bezirksversammlung die Zusage, ein sogenanntes Globe Theatre im Österreichpark am Spreeufer zu errichten, sagte Leonhard am Freitag auf Anfrage. Zuvor hatte die «Berliner Morgenpost» berichtet.

Der hölzerne Theaterrundbau nach Londoner Vorbild stammt aus Schwäbisch Hall und wurde dort 16 Jahre lang mit Shakespeare-Stücken bespielt. Als er vor zwei Jahren einem festen Gebäude weichen musste, sicherte sich Leonhard die Konstruktion und lagerte sie ein. Der Wiederaufbau an der Spree würde nach seiner Einschätzung vier bis sechs Wochen dauern, 850 000 Euro seien für das Projekt nötig.

Auch 2018: Neubau und Sanierungen

Die deutche Theaterlandschaft wird immaterielles Welterbe und ist zugleich ein Sanierungsfall. Beide Themen bestimmen auch im Neuen Jahr die Diskussionen in der Theaterbranche. Wohl dem Theater, welches bereits baut?
Zwotverzug melden zur Zeit zwei Baustellen:
Bei der Generalsanierung des Gewandhauses in Zwickau räumt die Stadtverwaltung eine Mitverantwortung bei der Verzögerung inzwischen ein – bisher war die Schuld vor allem beim Archtekten gesucht worden. Das Haus selber w#verbirgt sich jetzt hinter einem Baugerüst.

In Castrop Rauxel geht es derweilen um den Neubau eines Logistik- und Probenzentrums – ein Meilenstein für das Westfälische Landestheater.

Aber auch hier gibt es Verzug im Terminplan, so dass die Probebühnen erst im Laufe des Frühjahrs so richtig genutzt werden können. Die Probleme: Elektroinstallation und Gebäudetechnik – wie fast überall.

Beide Beispiele zeigen, dass Sanierungen und Neubauten von Theatergebäuden sehr komplexe Vorhaben sind, deren Verlauf und Kosten sich nicht exakt voraussagen lassen.

Bonn: Sanierung von Oper, Schauspiel und Werkstätten

Wie die Bonner Rundschau meldet muss die Stadt Bonn mit Sanierungskosten für das Opernhaus, das Schauspiel in Bad Godesberg sowie die Werkstätten in der Halle Beuel mit ca. 100 Millionen Euro rechnen.

Auf einer Sitzung der Kulturkommission mit Oberbürgermeister und Vertretern der Fraktionen wurden die Zahlen aus einem in Auftrag gegebenen Gutachten bekannt gegeben.

Für die Sanierung des Opernhauses werden demnach 74,8 Mio Euro, für die Kammerspiele Bad Godesberg 21,8 und für die Werkstätten 13,4 Mio Euro veranschlagt. Die gesamte Sanierungsphase soll sieben Jahre umfassen und 2019/2020 beginnen.

 

St. Gallen: nicht kleckern…klotzen

Photo: Andreas Praefcke

St. Gallen kann auf eine mehr als 200jährige Theatergeschichte zurückblicken. Was in einer Remise begann wurde 1968 durch einen Neubau des Architekten Claude Paillard ersetzt.

Doch inzwischen ist das lange her.
Zeit für eine Sanierung.
Die Stadt St.Gallen hat sich nun nicht für eine “Salamitaktik” entschieden, sondern will die Generallösung und rechnent mit knapp 48 Millionen Franken.

Für zwei Jahre soll eine temporäre Spielstätte entstehen, damit die Sanierungsarbeiten zügig voranschreiten können.

Das Schweizer Tageblatt berichtet ausführlich hier..

Oberammergau: Sanierung notwendig

Das Passionstheater Oberammergau muss saniert werden. Lt. Schätzung werden dafür 7 Millionen Euro notwendig sein.
Im Bühnenhau sollen die Garderoben & Toiletten für die Mitwirkenden, der Bühnenboden sowie Fenstern und Türen erneuert werden. Im Zuschauerraum müssen die alten Brandschutzplatten entfernt und diverse Akustikmaßnahmen durchgeführt werden. Hinzu kommen Sanierungen an Dach, Fassade und Vordach sowie der Aussenanlagen.

Bislang stehen dafür allerdings keine Landesmittel zur Verfügung, berichtet der Merkur.