DTHG Jahreshauptversammlung 2018

Am 17. Februar 2018 fand in Siegburg die diesjährige Jahreshauptversammlung der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft in Siegburg statt. Mit Keynotes des Geschäftsführenden Direktors des Deutschen Bühnenvereins Marc Grandmontagne, des Vorsitzenden der DTHG Wesko Rohde und des Geschäftsführers Hubert Eckart zur Zukunft des Arbeitsplatzes Theater 4.0 wurde über die anspruchsvollen und drängenden Aufgaben zum Erhalt unser Theaterlandschaft und zur Stärkung der Veranstaltungswirtschaft die Grundlage für eine breite und anspruchsvolle Diskussion gelegt.

Die mehr als 50 Mitglieder diskutierten und begrüßten mehrheitlich die Projekte des Verbandes, wie die Initiativen zur Etablierung von Qualifizierungs- und Weiterbildungsstandards, dem Start einer Serie nationaler und internationaler Symposien über das Thema Bau und Sanierung von Theatern und Kulturbauten und vieles mehr.

Für die erfolgreiche Arbeit erhielt der Vorstand eine einstimmige Zustimmung der anwesenden Mitglieder.
Die Jahreshauptversammlung fand im Zeichen des 111-jährigen Jubiläum des Bestehens des Berufsverbandes statt.

10 Millionen für das Globe

Der Bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) hat Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) einen Zuschuss in Höhe von zehn Millionen Euro für den Bau eines Globe Theaters zugesagt. Eine entsprechende Meldung der “Neuen Presse Coburg” hat das bayerische Finanzministerium auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks bestätigt. Der Rundbau aus Holz nach dem Vorbild des Shakespeare-Theaters in London soll als Ersatzspielstätte für die Zeit der Sanierung des Landestheaters Coburg errichtet werden. Später soll er als dauerhaftes Kultur- und Veranstaltungszentrum dienen. Das Globe Theater soll rund 15 Millionen Euro kosten, drei Millionen hatten kürzlich die Coburger Unternehmen Brose, Kaeser und HUK zugesagt, die das Gebäude später als Veranstaltungszentrum nutzen wollen.

Bislang hatte der Freistaat zwar für einen Ersatzbau, der nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wieder abgerissen werden sollte, 75 Prozent Förderung zugesagt. Für einen nachhaltigen Bau, der später anderweitig genutzt werden könnte, waren dagegen nur 25 Prozent vorgesehen. Durch die Zehn-Millionen-Euro-Zusage Söders ist das Globe Theater für Coburg wieder in greifbarer Nähe. Entscheiden muss nun der Coburger Stadtrat, der am kommenden Donnerstag (15.02.18) zu einer Sondersitzung in Sachen Interimsspielstätte zusammenkommen wird.

Symposium der DTHG Firmenmitglieder

Im Frankfurter Gallus-Theater fand das Symposium der DTHG-Firmenmitglieder 2018 statt. Im Zentrum stand das Thema: „Theater 4.0 – Was soll das?“
Als Gast stellte Chefdramaturg Michael Eickhoff vom Schauspiel Dortmund die neue Akademie für Digitalität und Theater vor. In weiteren Beiträgen wurden Projekte, Vorhaben und Fragen der zukünftigen Entwicklung der Theaterbranche, der Qualifizierung von Mitarbeitern und Branchenstandards vorgestellt und diskutiert.
Eine Auswertung der Stage|Set|Scenery 2017 und eine Vorschau auf das Jahr 2019 gehörten ebenso zu den Themen wie die in diesem Jahr bevorstehende 59. Bühnentechnische Tagung im Juni in Dresden, wo der Verband sein 111-jähriges Bestehen feiern wird.
Sanela Iseken (Harlequin Deutschland) und Stephan Hückinghaus (Fülling & Partner) wurden als Firmenvertreter in den erweiterten Vorstand der DTHG gewählt.
Der neue Messebeirat setzt sich künftig aus folgenden Mitgliedern zusammen:
Arved Hammerstädt und Olaf Grambow (Vorstand der DTHG), Reinhold Daberto (theapro), Roland Krüger (1st selection), Stephan Hückinghaus, Juliane Trempler und Hubert Eckart.

Sanierungsstau konkret

Ein beredtes Zeugnis des allgegenwärtigen Sanierungsstaus an den deutschen Theatern gibt der Intendant des Berliner Ensembles Oliver Reese in einem Interview in der NZZ:

Oliver Reese:
> . . . flapsig gesagt, eine Bruchbude! Wie schlecht der Zustand des Hauses, wie gewaltig der Sanierungsstau war, habe ich mir selber nicht vorstellen können: Computer von 1999, nur eine einzige Probebühne, keine ausgestattete zweite Spielstätte, eine baufällige Kantine, in der seit 18 Jahren die Küchengeräte nicht überholt wurden….Nachdem wir neunzig Computer gekauft und den Hauptserver erneuert hatten, hat es einen grossen Crash gegeben, und wir mussten feststellen, dass wir auch noch alle Leitungen erneuern mussten, weil das System so alt war. Wir haben in den ersten Wochen von Büro zu Büro gerufen, wir hatten eine marode Telefonanlage, keine Anrufbeantworter, die Video-Ausstattung war katastrophal…

Dem Leser werden Ausführungen über die Haustechnik und den Brandschutz erspart. Insbesondere die Theaterbauten aus der Zeit der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert sind dringend sanierungsbedürftig. Die historische Architektur ist dabei selten geeignet, modernen Anforderungen an Theater- und Haustechnik aufzunehmen.

Wesko Rohde, Vorsitzender der DTHG:
> Die Theaterbauten benötigen Innovation und Öffnung, kulturell wie politisch. Die Planer und Architekten müssen die Möglichkeit erhalten diese besonderen Bauwerke der letzten Jahrhunderte unter neuen Gesichtspunkten zu betrachten, die möglicherweise mit einer Nachkriegsbauordnung und allgemeinen Normungen nicht hinreichend beschrieben werden können. Eine neue Herangehensweise ist für die einmalige Weltkulturerbelandschaft der Theater notwendig, will man die Häuser in ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung erhalten.

Ein Globe Theatre für Berlin

Der Gründer der Berliner Shakespeare Company, Christian Leonhard, will möglichst noch in diesem Jahr ein Freilichttheater in Charlottenburg eröffnen. Nach fast 20-jährigem Kampf habe er von der Bezirksversammlung die Zusage, ein sogenanntes Globe Theatre im Österreichpark am Spreeufer zu errichten, sagte Leonhard am Freitag auf Anfrage. Zuvor hatte die «Berliner Morgenpost» berichtet.

Der hölzerne Theaterrundbau nach Londoner Vorbild stammt aus Schwäbisch Hall und wurde dort 16 Jahre lang mit Shakespeare-Stücken bespielt. Als er vor zwei Jahren einem festen Gebäude weichen musste, sicherte sich Leonhard die Konstruktion und lagerte sie ein. Der Wiederaufbau an der Spree würde nach seiner Einschätzung vier bis sechs Wochen dauern, 850 000 Euro seien für das Projekt nötig.

Kultur macht stark – 5,6 Mio. Euro fuer Kinder- und Jugendprojekte

„Zur Bühne“: Bühnenverein erhält 5,6 Millionen Euro für Kinder- und Jugendprojekte –
Förderprogramm „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ des BMBF geht in die nächste Runde

2018 geht das Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ in die zweite Förderphase. Ziel des Programms ist es, Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft ungehinderten Zugang zu kultureller Bildung zu ermöglichen. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingesetzte unabhängige Jury unter Vorsitz von Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel hat dem Deutschen Bühnenverein für die Förderjahre 2018 – 2022 eine erneute Förderung in Höhe von 5,6 Millionen Euro zugesprochen. Theater und Orchester können sich ab jetzt wieder um Förderung bewerben. Unter dem Titel „Zur Bühne“ organisiert der Deutsche Bühnenverein seit 2013 lokale Bündnisse für Bildung. Das Angebot reicht vom Schnuppertag in der Theaterwerkstatt über Workshops in der Schneiderei bis hin zu ganzen Theaterinszenierungen und Ferienprojekten an den Theatern und Orchestern.

Bündnisse von mindesten drei institutionellen Partnern initiieren außerschulische Projekte für Kinder und Jugendliche die in finanziellen, sozialen oder bildungsbezogenen Risikolagen aufwachsen. Damit soll ein wirksamer Beitrag dazu geleistet werden, den in Deutschland ausgeprägten Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildungserfolg abzuschwächen. Insgesamt umfasst das Bundesprojekt „Kultur macht stark“ des BMBF ein Fördervolumen von 250 Millionen Euro und wird deutschlandweit von 30 Verbänden umgesetzt. In der ersten Förderphase konnte der Bühnenverein „Zur Bühne“-Projekte bereits mit Fördergeldern in Höhe von rund 2,4 Millionen unterstützen.

Weitere Informationen über das Programm und die Antragsmodalitäten unter: https://www.buendnisse-fuer-bildung.de/de/programmpartner-foerderer-und-initiativen-137.php?KP=118 und www.zurbühne.de

Antragsfristen beim Bühnenverein für das Jahr 2018:
4. März 2018 (Projektstart in 2018);
6. Mai 2018 (Projektstart in 2018);
14. Oktober 2018 (Projektstart ab Januar 2019);

„Die Seele Europas erspüren“: Grütters läutet Europäisches Kulturerbejahr in Deutschland ein

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat das Europäische Kulturerbejahr in Deutschland eröffnet. Bei der Auftaktveranstaltung in Hamburg erklärte Grütters:

„Mit dem Europäischen Kulturerbejahr laden wir dazu ein, im Austausch über unsere gemeinsamen Wurzeln und Werte der Seele Europas nachzuspüren. Die Frage danach, worauf Europa aufgebaut ist, was uns ausmacht als Europäerinnen und Europäer, ist heute drängender denn je angesichts der vielerorts zu beobachtenden Erosion der europäischen Einigung. Ich bin überzeugt: Nur als Wertegemeinschaft hat die Europäische Union eine Zukunft! Denn nur so weckt die europäische Idee jenen Enthusiasmus, der Europa vor einem Rückfall in Abschottung, Gewalt und Unfreiheit bewahren kann.“

Monika Grütters betonte:

„Deshalb wollen wir vor allem junge Menschen in Europa dazu bewegen, unsere Geschichte zu ergründen und zu erfahren, was wir Europäerinnen und Europäer inzwischen geschafft haben: das Gemeinsame über das Trennende zu stellen sowie unterschiedlichen Kulturen, Religionen, Traditionen und Träumen, Lebensentwürfen und Weltanschauungen eine Heimat zu bieten. Genau diese Offenheit für Vielfalt ist es, die Europas Wertegemeinschaft im Kern ausmacht: Sie ist Ausdruck von Humanität.“

Staatsministerin Grütters sagte dies auch unter dem Eindruck ihres Besuches des Mahnmals St. Nikolai, das sie im Vorfeld der Auftaktveranstaltung besichtigt hatte. Als zentraler Erinnerungsort ist das bedeutende Kulturdenkmal den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945 gewidmet.

Mit dem Europäischen Kulturerbejahr rücken die EU-Mitgliedsstaaten das gemeinsame europäische Kulturerbe mit einer Vielzahl an Veranstaltungen, Projekten und Initiativen in den Fokus der Öffentlichkeit. Schwerpunkt in Deutschland ist dabei das bauliche und archäologische Erbe.

Alle öffentlichen und privaten Träger, Bewahrer und Vermittler des kulturellen Erbes sind aufgerufen, am Programm für das Europäische Kulturerbejahr mitzuwirken. Einen Überblick über die bislang 130 geplanten Projekte und Veranstaltungen bietet die Internetplattform www.sharingheritage.de.

Aus dem Etat der Kulturstaatsministerin werden bundesweit 38 Projekte und Initiativen rund um das Europäische Kulturerbejahr 2018 unterstützt. Für diese gesamtstaatlich bedeutsamen Projekte stehen insgesamt 7,2 Millionen Euro aus dem Etat der Kulturstaatsministerin zur Verfügung. Zu den ursprünglich 34 geförderten Vorhaben kamen Ende 2017 noch vier weitere Projekte hinzu. Darunter sind ein grenzüberschreitendes deutsch-französisches Park- und Gartenprojekt, ein eigens für das Kulturerbejahr gegründetes europäisches Folk-Ensemble und ein Literaturfestival, das den Geschichtenschatz europäischer Länder erlebbar macht.

Deutschland gehört zu den Initiatoren des Europäischen Kulturerbejahres. Das Programm zum Themenjahr in Deutschland koordiniert das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz im Auftrag von Bund, Ländern und Kommunen. Die von der Kulturstaatsministerin zur Verfügung gestellten Bundesmittel ergänzen das Engagement der Länder und Kommunen sowie Dritter.

 

Geld für Kulturerbe – Theater Bad Lauchstädt


**Der Quedlinburger Stiftsberg kann weiter hergerichtet werden, auch die Marktkirche in Halle sowie das Goethe-Theater Bad Lauchstädt: Insgesamt 12 Kulturprojekte in Sachsen-Anhalt werden mit 33,5 Millionen Euro EU-Mitteln gefördert. Eine Jury habe sie aus insgesamt 47 eingereichten Vorschlägen mit einem Antragsvolumen von rund 93 Millionen Euro ausgewählt, sagte Staats- und Kulturminister Rainer Robra (CDU) am Dienstag in Magdeburg nach einer Kabinettssitzung. Die große Resonanz auf den Wettbewerb habe gezeigt, dass das Land ins Schwarze getroffen habe, betonte Robra.**

Das Goethe Theater Bad Lauchstädt wurde 1802 eröffnet und war in den Zeiten, als Goethe Intendant un Weimar war eine ständige Spielstätte.

Darüber hinaus sei eine Aufstockung um weitere bis zu 20 Millionen Euro für besondere Projekte möglich. Das von der Unseco ausgerufene Heritage Jahr des Weltkulturerbes wurde in dieser Woche in Deutschkand offiziell gestartet.

Auch 2018: Neubau und Sanierungen

Die deutche Theaterlandschaft wird immaterielles Welterbe und ist zugleich ein Sanierungsfall. Beide Themen bestimmen auch im Neuen Jahr die Diskussionen in der Theaterbranche. Wohl dem Theater, welches bereits baut?
Zwotverzug melden zur Zeit zwei Baustellen:
Bei der Generalsanierung des Gewandhauses in Zwickau räumt die Stadtverwaltung eine Mitverantwortung bei der Verzögerung inzwischen ein – bisher war die Schuld vor allem beim Archtekten gesucht worden. Das Haus selber w#verbirgt sich jetzt hinter einem Baugerüst.

In Castrop Rauxel geht es derweilen um den Neubau eines Logistik- und Probenzentrums – ein Meilenstein für das Westfälische Landestheater.

Aber auch hier gibt es Verzug im Terminplan, so dass die Probebühnen erst im Laufe des Frühjahrs so richtig genutzt werden können. Die Probleme: Elektroinstallation und Gebäudetechnik – wie fast überall.

Beide Beispiele zeigen, dass Sanierungen und Neubauten von Theatergebäuden sehr komplexe Vorhaben sind, deren Verlauf und Kosten sich nicht exakt voraussagen lassen.