Heritage 2018 – Tage der historischen Theater 2017

Die Europäische Union hat als Thema für das Jahr 2018 das Europäische Kulturerbe gewählt. In dem Aufruf heißt es:

Mit diesem Themenjahr fordert die Europäische Kommission auf, dazu beizutragen, Europa den Europäern wieder ein Stück näher zu bringen. Werfen wir gemeinsam einen Blick auf unser kulturelles Erbe, hören unserer gemeinsamen europäischen Geschichte zu, erzählen sie weiter – auch ganz lokal bei uns zuhause.

Bereits Ende Oktober/ Anfang November 2017 fanden die Tage der historischen Theater in Europa statt.

Verschiedene Verbände und Organisationen arbeiten an Datenbanken, die interessante Informationen zu (historischen) Theatern in ganz Europa enthalten. Ein Blick lohnt sich!

Die umfangreichste Datenbank mit über 5000 Theatern findet man hier.

Sie ist Teil eines größeren Projektes, welches Europas Routen zu historischen Theater beschreibt, siehe auch hier.

Funde historischer technischer Ausstattung können bei den jeweiligen Theatern durch Fotos und Informationen ergänzt werden. Hinweise dazu bitte an die Arbeitsgruppe historische Theatertechnik im DTHG-Forum posten – siehe hier.

Die im Dunkeln sieht man doch!

## Aufruf zum Flashmob vorm Reichstagsgebäude am Montag, den 13.11.2017 um 15:30 Uhr an alle Kulturschaffenden

Kultur spielt in den aktuellen Jamaika-Koalitionsverhandlungen keine Rolle und das obwohl der Beitrag der Kultur- und Kreativwirtschaft zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung in Deutschland vergleichbar ist mit dem der Automobilindustrie. Kulturpolitik ist ganz offensichtlich für Politiker kein relevantes Thema. Das muss sich ändern!
Deshalb treffen sich Kulturschaffende am Montag, den 13.11.2017 um 15:30 Uhr zu einem Flashmob mit dem Motto **Die im Dunkeln sieht man doch! **
Verkleidet Euch bunt und schillernd, tragt Schilder mit Sprüchen und nehmt Spotlights oder Taschenlampen mit. Die Aktion soll nicht länger als 30 Minuten dauern, also kommt pünktlich. Wir machen davon schöne Fotos und füttern die Presse.
Leitet diesen Aufruf bitte an Eure selbstständigen Kolleg*innen, aber auch an festangestellte Kolleg*innen in den Theatern, Museen, Orchestern… weiter.
Wir freuen uns auf Euch!
Judith und Sonja vom Bund der Szenografen

Nach nur 15 Jahren…


Ab 2019 muss am Opernhaus in Erfurt gebaut werden. Wie der MDR und andere Medien berichten, sind nach nur 15 Jahren seit der Eröffnung, gravierende Baumängel nicht mehr zu ignorieren. Bereits im August dieses Jahres war eine erste Liste der Mängel erstellt worden: Abwasserrohre sind defekt, die Seitenbühne lässt sich nicht mehr mit Zuverlässigkeit zu szenischen Wechseln einsetzen, die Computertechnologie, Ton- und Beleuchtungstechnik sind völlig veraltet, die Open-Air-Bühne im Innenhof wurde bereits gesperrt… Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) schätzt den Finanzbedarf zur Behebung des Sanierungsstaus auf einen zweistelligen Millionenbetrag.
In den letzten Jahren stand lediglich eine Summe von 200.000 € zur laufenden Werterhaltung zu Verfügung. Damit konnte in diesem Jahr gerade der dringend sanierungsbedürftige Bühnenboden ausgetauscht werden, nach 14 Jahren – normalerweise ist diese Werterhaltung alle 10 Jahre fällig.
Wurde hier bereits beim Bau an der falschen Stelle gespart und dann die Aufwendungen für den laufenden Erhalt und die Modernisierung des Gebäudes unterschätzt?

Weitere Infos auch [hier.](http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/erfurt/theater-erfurt-sanierung-100.html)

Mindestens fünf Millionen Euro Schaden in der Staatsoperette


Für November ist ein Interimsspielplan in Arbeit

Gestern, am Montag, 23. Oktober, trat der nach der Havarie in der Staatsoperette gebildete Krisenstab unter Leitung der Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch erstmalig zusammen. Die Aufnahme der Schäden ist noch im Gange. Erste Gutachten werden voraussichtlich bis zum Ende dieser Woche vorliegen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass Schäden von mindestens fünf Millionen Euro an Scheinwerfern, Audio- und Videoanlage, Bühnenboden, Instrumenten und Unterbühnenmaschinerie entstanden sind, als sich 16 000 Liter Wasser über dem Bühnenbereich ergossen. Zu dem Schaden kam es bei der turnusmäßigen Überprüfung der Brandmeldeanlage durch eine Fremdfirma am vergangenen Mittwoch, 18. Oktober. Der Test fand bereits zum wiederholten Male statt, ohne dass dabei technische Probleme auftraten.

Bis zum Ende dieser Woche stimmt sich Intendant Wolfgang Schaller mit dem künstlerischen und technischen Personal ab, wie der Interimsspielplan für den Monat November gestaltet werden kann. Die Kulturbürgermeisterin hatte in einem Rundschreiben am Donnerstag, 19. Oktober, alle Intendantinnen und Intendanten sowie Leiterinnen und Leiter von Einrichtungen, die sich in der Trägerschaft der Landeshauptstadt Dresden oder des Freistaates Sachsen befinden und die über Spielstätten in angemessener Größe und Ausstattung verfügen, gebeten, kurzfristig freie Kapazitäten sowie technische Voraussetzungen zu prüfen und freie Termine für ersatzweise Aufführungen der Staatsoperette zur Verfügung zu stellen. Hier liegen erste Angebote vor, die Wolfgang Schaller nun hinsichtlich der Spielbedingungen prüft.

Mit Unterstützung des Rechtsamtes der Landeshauptstadt Dresden werden die versicherungsrechtlichen Fragen geklärt.

## Anmerkung: Bei einer Verwendung von Sprühnebel-Sprinklern, hätte dieser immense Sachschaden vermeiden werden können. Diese sind allerdings in der Anschaffung teurer. Aber keine 5 Millionen.

„Wenn‘s nichts kostet…“

Das Folkwang Museum hat die Zahl seiner Besucher verdoppelt ! Grund dafür ist, dass die Standard-Ausstellung keinen Eintrittspreis mehr kostet.
Während dies in England und z.T. auch in Frankreich gute Praxis ist, gilt in Deutschland die Regel: *Was nichts kostet, ist auch nichts wert.*
Aber vielleicht stimmt diese Regel nicht. Vielleicht grenzen hohe Eintrittspreise einen Teil der Bevölkerung von der Teilhabe an der öffentlich geförderten Kultur aus? Bezöge man diese Erkenntnis auch auf die Theater, so lässt sich leicht feststellen, dass die schleichende Erhöhung der Eintrittspreise allerorten wohl nie im Sinne eines Kulturauftrages sondern stets auf Grund finanzieller Not geschieht. Freiwillig will wohl kein Theater sein Publikum dezimieren. Oder sollte doch etwas daran sein, dass man sich Theater *leisten können muss?* Und wie geht man dann mit dem Vorwurf einer *elitären Kunst* um?
Die Theater können über mangelnde Besucher im allgemeinen nicht klagen: 31 Millionen sind eine stolze Zahl.
Aber wäre es nicht auch mal Zeit für ein Experiment: eine Spielzeit lang kostenloser Eintritt zu allen Vorstellungen?
Knapp 500 Millionen Euro betragen die Einnahmen der Theater in Deutschland – was soviel wie 19,2307692 km neu gebauter Autobahnstraßen entspricht, die ja auch aus Steuereinnahmen bezahlt werden.
Aber was wäre, wenn sich dann die Zahl der Theaterzuschauer auch verdoppeln würde….nicht auszudenken.

Gemeinsame Pressemitteilung von Bühnenverein, GDBA und VdO

Verbesserte Arbeitsbedingungen für KünstlerInnen am Theater – Bühnenverein und Gewerkschaften erhöhen Mindestgage und stärken Schwangerenschutz

Für KünstlerInnen an deutschen Theatern gelten ab 1. April 2018 verbesserte Arbeitsbedingungen: Unter anderem wird der Schutz für schwangere Künstlerinnen deutlich gestärkt und die Mindestgage auf 2.000 Euro erhöht. Darauf einigten sich die Künstlergewerkschaften Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) und Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e. V. (VdO) mit dem Deutschen Bühnenverein als Arbeitgeberverband. Der Bühnenverein und die Künstlergewerkschaften verfolgen mit dieser Einigung das gemeinsame Ziel, die Arbeitsbedingungen an Theatern zu modernisieren und zu verbessern. „Ohne KünstlerInnen funktioniert kein Theater. Daher müssen wir gemeinsam mit Bundesländern und Kommunen, die die Theater finanzieren, für gute Arbeitsbedingungen sorgen“, äußerten sich die Verhandlungspartner nach den Tarifverhandlungen. Die hier aufgeführten tariflichen Neuregelungen gelten nicht für Privattheater.

GDBA-Präsident Jörg Löwer erklärte: „Die weitere Erhöhung der Mindestgage und der Nichtverlängerungsschutz für Schwangere bedeuten die Verwirklichung wichtiger tarifpolitischer Ziele der GDBA auf dem Weg zu angemessenen Arbeitsbedingungen für BühnenkünstlerInnen.“

Tobias Könemann, Geschäftsführer der VdO, betonte: „Mit der neuerlichen Anhebung der Mindestgage haben wir einen signifikanten Schritt in Richtung angemessene Vergütung für alle künstlerisch Beschäftigten der Theater getan.“

Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, sagte: „Mit der Erhöhung der Mindestgagen und der Stärkung des Schwangerenschutzes, der über das hinausgeht, was bei befristeten Verträgen üblich ist, möchte der Deutsche Bühnenverein zeigen, dass es ihm ernst ist mit der Verbesserung der Arbeitsbedingungen von KünstlerInnen. Diesen von Präsidium und Vorstand initiierten Schritt tragen alle Gremien und Mitglieder im Bühnenverein mit.“

Die neue Mindestgage nach dem Tarifvertrag NV Bühne gilt für Solo-KünstlerInnen und künstlerische BühnentechnikerInnen an Stadt- und Staatstheatern und Landesbühnen. Sie bedeutet eine Anhebung um gut 8 Prozent. Es ist die zweite Anhebung nach der bereits erfolgten Erhöhung der Mindestgage im Januar 2017. Auch eine Mindestgage für Gastverträge ist ab Oktober 2017 eingeführt worden.
BühnenkünstlerInnen an Theatern werden befristet beschäftigt. Diese befristeten Verträge müssen durch sogenannte Nichtverlängerungsmitteilungen beendet werden; ansonsten verlängert sich der Vertrag automatisch um eine Spielzeit. Bei anderen befristeten Verträgen hat eine Schwangerschaft keine Auswirkung auf die Länge des Vertrages, das Arbeitsverhältnis läuft ohne Kündigung einfach aus. Mit diesen drei Bausteinen ist den Sozialpartnern ein großer Schritt nach vorne gelungen.

Kontakt:
Deutscher Bühnenverein – Bundesverband der Theater und Orchester
Vera Scory-Engels, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 (0)221-20812-27 • Fax +49 (0)221-20812-28
E-Mail: scory-engels@buehnenverein.de

Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA)
Jörg Löwer, Präsident der GDBA
Tel. +49 (0)40-4328244-0 • Fax +49 (0)40-4328244-28

Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e. V. – (VdO)
Tobias Könemann, Geschäftsführer der VdO
Tel. +49 (0)221-272689-40 • Fax +49 (0)221-272689-41

2.Runde der Aktion: 40.000 THEATERMITARBEITERINNEN TREFFEN IHRE ABGEORDNETEN

Die Aktion „40.000 Theatermitarbeiterinnen treffen ihre Abgeordneten“ hat gezeigt, wie wichtig und wie einfach es ist, mit den politischen Entscheidungsträgerinnen ins Gespräch zu kommen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

40 000 Mitarbeiter treffen ihre Abgeordneten, diese Initiative wird von der DTHG und dem Bühnenverein zu recht unterstützt.

Nach wie vor ist vielen Politikern nicht bewusst, was in den Theatern geleistet wird, zu welchen Zeiten und in welcher Menge.

Ja, die Kostüme werden jeden Tag gewaschen. Genau, nach der Vorstellung, dann in den Trockner. Veranstaltungstechnik, ja, das ist ein Lehrberuf.

Morgens wird hier geprobt. Ja, das bauen wir nachher wieder ab in zwei Stunden und stellen die Abendvorstellung.

Ja, jeden Tag. Auch am Sonntag. Weihnachten erst recht..

Die Fragen habe ich mal weggelassen, aber wer kennt diese Antworten nicht?!
Unsere Mitglieder sind beste Kenner der Strukturen und können detailiert und ergänzend zu den anderen Mitarbeitern der künstlerischen Abteilungen über die Arbeit am Theater und in den Häusern Auskunft geben, besonders auch über die Schwächen in die Jahre gekommener Arbeitsplätze.

Ich möchte Euch darum bitten, diese wichtige Aktion aktiv zu unterstützen und Euch bei Euren Abgeordneten für ein Theater mit Zukunft

einzusetzen.
Herzliche Grüße

Wesko Rohde

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Münchner Gärtnerplatztheater festlich wieder eröffnet


Nach fünf Jahren Bauzeit wurde am Wochenende das Münchner Gärtnerplatztheater festlich wieder eröffnet.
Die Süddeutsche ist des Lobes voll über den gelungenen Umbau, die denkmalpflegerische Sorgfalt, die guten Probemöglichkeiten für die Künstler und die guten Arbeitsplätze in den Werkstätten.
siehe [hier](http://www.sueddeutsche.de/kultur/theater-wand-an-wand-1.3709054 “Süddeutsche v.16.10.2017”).
Kein Wort über die Kosten stattdessen eine Lobeshymne auf den Architekten, die Stadtplaner und damit eine stolze Legitimation des „Staatstheaters am Gärtnerplatz“.
Herzlichen Glückwunsch!

(Foto: Kronenleuchter während der Bauphase)

Kuenstlerischer Ausschuss Buehnenverein: Situation Oper und Mecklenburg-Vorpommern

 

Künstlerischer Ausschuss des Deutschen Bühnenvereins tagte in Schwerin – Entwicklung der Kunstform Oper und politische Lage in Mecklenburg-Vorpommern standen im Mittelpunkt

Im Rahmen seiner Tagung am 8. und 9. Oktober 2017 in Schwerin sprach der Ausschuss für künstlerische Fragen des Deutschen Bühnenvereins u.a. über die aktuelle politische Situation in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland sowie über die generelle Situation der Oper. Zudem fand am Abend des 8. Oktober 2017 in den Räumlichkeiten des Staatstheaters Mecklenburg-Vorpommern unter dem Titel „Träumen mit hellwacher Vernunft“ eine Podiumsdiskussion zur Rolle des Theaters in der heutigen Zeit statt.

Im Zentrum der Sitzung stand der Austausch über die Oper zwischen Konvention und Innovation. Oft als museal und rückwärtsgewandt kritisiert, wurde in der Debatte deutlich, dass sich die Oper nicht nur an den großen Opernhäusern, sondern gerade an Mehrspartenhäusern im Aufbruch befindet. Von der Erweiterung des Kernrepertoires über die Präsentation neuer Formen bis zur Öffnung der Oper in die Stadtgesellschaft hinein, können die innovativen Ansätze die Entwicklung der Oper nachhaltig beeinflussen und neue Publikumsschichten ansprechen.

Vortragende im Ausschuss waren u.a. der Bremer Generalintendant Prof. Michael Börgerding, der Opernintendant der Stadt Halle Florian Lutz sowie der Direktor des NRW-Kultursekretariats Dr. Christian Esch. Holger Schultze, Intendant des Theaters und Orchesters Heidelberg und Vorsitzender des Ausschusses, verwies dabei auf die Bedeutung der Ensemblearbeit bei innovativen Opernformaten:

„Jede Innovation erfordert enge konzeptionelle Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Bei besonderen Opernformaten ist es wichtiger denn je, das Ensembletheater ins Zentrum unserer Arbeit zu stellen“.

Debattiert wurden auch die strukturellen Veränderungen in der Theater- und Orchesterlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns sowie die Planungen zum Staatstheater Nordost. Geplant ist voraussichtlich im nächsten Jahr eine Zusammenführung der Standorte Neubrandenburg/Neustrelitz sowie Greifswald/Stralsund unter einem gemeinsamen Dach unter gesellschaftsrechtlicher und finanzieller Beteiligung des Landes. Beabsichtigt ist auch, im neuen Staatstheater Nordost mittels eines mehrjährigen Fahrplans wieder zu einer Vergütung gemäß den geltenden Flächentarifverträgen zurückzukehren. Alle Beteiligten äußerten Verständnis für die schwierige Situation, in der sich die Theaterstandorte angesichts der demografischen Entwicklung befinden:

„Das Engagement des Landes verdient unter diesen Bedingungen Anerkennung und kritisch-konstruktive Begleitung“, sagte Marc Grandmontagne, der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins. „Wichtig ist, jetzt die Chance zu nutzen, tragfähige Strukturen zu entwickeln, die auch in 10 bis 20 Jahren noch zukunftsfähig sind. Dazu gehört auch, für zusätzliche Aufgaben die notwendigen Mittel einzuplanen, um zu verhindern, dass Veränderungen zulasten des künstlerischen Budgets gehen.“

Smart Glasses fürs Theater

Smart Glasses fürs Theater


Die Vorstellung, dass auf der Strasse jemand mit einer „Google-Brille“ einem entgegenkommt, die alles, was im Netz über die Personen, die die Brille erfasst, zu finden ist, anzeigt, ist für die meisten Menschen ziemlich gruselig.
Aber sogenannte smart glasses können auch für sinnvolle Zwecke eingesetzt werden. Das Londoner National Theatre, in punkto Inklusion schon seit Jahren führend, verwendet EPSONS [Augmented-Realtity-Brille Epson BT-300] zum Einblenden von Übertiteln und Informationen.
Übertitelungsanlagen verunzieren heute oft das Proszenium der Bühne und viele Zuschauer fühlen sich durch die Texteinblendungen abgelenkt oder gestört. Die Alternative, Displays in den Rückenlehnen der Vordersitze einzubauen, ist teuer und wird von Zuschauern, die eine Lese- oder Fernbrille benötigen als unzweckmäßig empfunden.
heise.de berichtet:

Der Test mit den Untertitel-Brillen wird zunächst für ein Jahr in den drei zum Nationaltheater gehörenden Spielstätten laufen. Währenddessen will man Hardware und Software in Zusammenarbeit mit Epson weiter verbessern. Das erklärte Ziel bis Oktober 2018: ein “akkurates und robustes System, das immer verfügbar ist”.

Bei EPSONs Brille handelt es sich um ein Android-Smartphone zum Auf-den-Kopf-setzen – allerdings ohne SIM-Karte. Nach dem Einschalten wird man von einem klassischen Android-Desktop begrüßt, über den man mit einer angekabelten Touch-Fernbedienung navigiert.Das Bedienkästchen enthält die eigentliche Technik: Ein Atom-x5-Quad-Core-SoC mit 1,44 GHz und 2 GByte RAM, auf dem Android 5.1 läuft. Eingebaut sind 16 GByte Flash-Speicher, den man per MicroSD-Karte erweitern kann, sowie ein GPS-Modul. Kompass, Gyroskop und Beschleunigungssensor stecken sowohl im Kästchen als auch der Brille selbst, die zudem eine 5-Megapixel-Kamera und ein Mikrofon hat. Der Akku soll sechs Stunden lang durchhalten.
Wichtigste Neuerung neben den kleineren Abmessungen sind die beiden OLED-Displays, die jeweils 1280 × 720 Bildpunkte zeigen; in den Vorgängermodellen steckten noch LC-Displays. Dank der voneinander unabhängigen Bildschirme lassen sich auch stereoskopische Inhalte darstellen. Trotz der vergleichsweise niedrigen Auflösung wirkt das Bild scharf und – im Vergleich zu den Vorgängern – sehr farb- und kontraststark. Dass die niedrige Auflösung nicht nervt, liegt am sehr kleinen Sichtwinkel von 23 Grad (laut [Epson]).