Eine Akademie für Digitalität und Theater?

Das Schauspiel Dortmund hat sich unter der Künstlerischen Leitung von Intendant Kay Voges seit 2010 zum “führenden deutschsprachigen Theaterlabor” (Die Welt) entwickelt. Insbesondere fokussierten sich die künstlerischen Arbeiten auf den Digitalen Wandel: technologisch und gesellschaftlich, in all seinen Facetten. Experimente mit neuen Videotechniken, Programmierern auf der Bühne, virtuellen Bühnenbildern und komplexen Algorithmen zur Steuerung von Licht und Video durch Musik wurden flankiert von einer detaillierten Auseinandersetzung mit den sozialen Folgen der Digitalen Revolution für die Menschen.

In seinem Kurzvortrag beschreibt der Dortmunder Dramaturg und Autor Alexander Kerlin die Arbeit an der Grenze zwischen Schauspieltheater, Bühne und digitalen Medien – und benennt die institutionellen Grenzen für diese notwendige Arbeit im gegenwärtigen Theatersystem: Warum können die Theater nicht so weiter machen, wie bisher? Welche Reformbedarfe gibt es? Wo liegen die Schwierigkeiten in der Neugestaltung der Arbeitsabläufe? Und welche Lösungen für den technologischen und inhaltlichen Wandel angesichts der Veränderungen durch die Digitalisierung hat das Schauspiel Dortmund bereits erarbeitet? Wie könnte man zu diesem Thema generell künstlerisch forschen?

Im Zuge seines Vortrags stellt Alexander Kerlin auch die weit vorangeschrittenen Pläne zur Gründung einer “Akademie für Digitalität und Theater” in Dortmund vor.