Zwickau: Erst der Architekt – jetzt der Amtsleiter

Die Generalsanierung des Zwickauer Gewandhauses gerät erneut ins Stocken. Nachdem zuerst der Architekt für den Bauverzug verantwortlich gemacht und entlassen worden war, wurde jetzt auch der Leiter städtischen Hochbauamtes abberufen. In der Auseinandersetzung über die Verantwortlichkeiten beim Verschulden des Bauverzuges hatte der Architekt dem Bauherren eine erhebliche Mitschuld zugewiesen. Ein städtischer Untersuchungsausschuss kam nun wohl zum gleichen Ergebnis.

Ursprünglich sollte das Theaterhaus bereits Ende 2017 saniert sein, pünktlich zum 900-jährigen Stadtjubiläum. Doch das Projekt lag gleich zwei Mal für mehrere Monate auf Eis. Nun soll das Theater voraussichtlich im Frühjahr 2020 wieder in das 500 Jahre alte Denkmal einziehen können.

Theaterverbände & Netzwerke – gemeinsame Erklärung

Pressemitteilung

Theaterverbände, -Netzwerke, -Initiativen und -Gewerkschaften kommen erstmals für gemeinsame Erklärung zusammen.

Auf Initiative des Bundes der Szenograf*innen haben sich im Rahmen der 3. Bundesweiten Ensembleversammlung vom 4. – 6. Mai 2018 am Schauspiel Bochum getroffen:

– Art but Fair
– Bund der Szenograf*innen
– Bundesverband Freie Darstellende Künste
– Deutscher Bühnenverein
– Dramaturgische Gesellschaft
– ensemble-netzwerk
– GDBA
– Pro Quote Bühne
– regie-netzwerk
– Ständige Konferenz Schauspielausbildung
sowie als Gäste die Bundestagsabgeordneten Helge Lindh und Michel Brandt.

Die Zusammenkunft dieser Theaterverbände, -Netzwerke, -Initiativen und Gewerkschaften ist in dieser Form neu. Nach unserer Einschätzung ist es für die weitere Entwicklung der Theaterlandschaft zwingend notwendig, dass diese Verbindungen ausgebaut und verfestigt werden. Wir laden andere Gruppen und Institutionen ein, zu dieser Runde dazuzustoßen.

Ziel des Treffens war es, die Kräfte der einzelnen Verbände zu bündeln, um gemeinsame Themen wie u.a. die Verbesserung der Arbeits- und Rahmenbedingungen, Gagen- und Geschlechtergerechtigkeit für fest an den Theatern arbeitenden Künstler*innen wie für freie Künstler*innen.

Aus diesem Kontext ist es zu einer einstimmigen Übereinkunft gekommen, dass es notwendig ist, die im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen für die Theaterlandschaft in den Haushalten 2018 und 2019 mit Haushaltsmitteln zu hinterlegen, und dass insbesondere die im Koalitionsvertrag angekündigte Erhöhung der Förderung für

den Fonds Darstellende Künste umgesetzt wird. Wir folgen dabei einer Berechnung des Fonds Darstellende Künste, dass die Erhöhung von 1,1 Millionen Euro auf 2 Millionen im Haushalt 2018 und auf 3 Millionen im Haushalt 2019 angesetzt werden muss. Wir verstehen dies als Bekenntnis zur Freien Theaterszene in ihrer Vielfalt, ihrem Formenreichtum, und der künstlerischen Qualität der Arbeit.

Unsere gemeinsame Erklärung ist auch ein Ausdruck der Verbindung der Theaterformen innerhalb der deutschen Theaterlandschaft.

 

Foto v. l. n. r.: Ulrich Khuon, Ludwig von Otting, Helge Lindh, Nicole Janze, Sylvia Sobottka, Angelika Zacek, Sonja Kloevekorn, Janina Benduski, Titus Georgi, Anica Happich, Harald Wolff, Hasko Weber, Adil Laraki, Johannes Lange, Lisa Jopt, Sören Fenner, Katja Wetzel, Gregor Sturm, Laura Kiehne, Antje Thoms, Michel Brandt

Pressekontakt

Gregor Sturm
+49 172 8078453 sturm@szenografen-bund.de Sonja Kloevekorn
+49 160 96249948 s.kloevekorn@web.de

page2image1834304

Sächsischer Theaterpreis 2018

07.05.2018, 13:09 Uhr | dpa

Der “Sächsische Theaterpreis 2018” geht zu gleichen Teilen an das Staatsschauspiel Dresden und das Theater Plauen-Zwickau. Die westsächsische Bühne wurde für ihre Inszenierung “German History” von Heiner Müller in der Regie von Roland May geehrt. Die Kollegen in Dresden bekamen die Auszeichnung für die Inszenierung “Das große Heft” von Ágota Kristóf (Regie: Ulrich Rasche) und teilen sich das Preisgeld von 5000 Euro, gaben die Organisatoren am Montag bekannt. Beim 10. Sächsischen Theatertreffen waren in den vergangenen Tagen 13 Inszenierungen zu sehen. Eine Jury nahm die Wertung vor.

“Das Treffen war geprägt von einer Vielfalt, die die Potenz und Kreativität der sächsischen Theaterszene widerspiegelt. Besonders attraktiv wurde das Treffen auch durch die vier sehr unterschiedlichen Spielstätten”, erklärte Christoph Dittrich, Chef des Landesverbandes Sachsen im Deutschen Bühnenverein. Gastgeber des Festivals waren die Theater in Dresden. Gespielt wurde im Theater Junge Generation, in der Staatsoperette Dresden und im Großen und Kleinen Haus des Staatsschauspiels.

Theater Rudolstadt. derzeit Baustelle

Die Bauarbeiten am Theater Rudolstadt laufen derzeit in allen Bereichen auf Hochtouren, wie Ostthüringer Zeitung berichtet:

Wie so oft, wenn mit dem Bauen begonnen wird, bleiben Überraschungen nicht aus. „Am Haus Boucher wurde ein Schädlingsbefall an der Westseite festgestellt“, informierte jetzt Verwaltungsdirektor Mathias Moersch. „Wie immer in so einem Fall muss ein Holzschutzgutachten erstellt werden. Teile der Wand müssen erneuert werden. Das bedeutet: Die Baumaßnahme dauert länger und wird auch teurer“, so der Mann der Zahlen am Haus.

Unterdessen haben auch im Großen Haus die Handwerker Einzug gehalten. Das  Gebäude wird mit dem Umbau seine bisherige Optik verlieren. Um den alten Baukörper herum wird ein Umfassungsbau entstehen. Die Fassade wird sich als moderner Bau mit ­klaren Fronten und breiten Glastüren zeigen. Der Eingangsbereich mit dem Vorbau kommt weg. Der Bühneneingang wird auf die Seite in Richtung Schminkkasten verlegt. Auch der Theatervorplatz wird in Abstimmung mit der Stadt völlig neu gestaltet.

Insgesamt stehen für den Umbau rund 9,5 Millionen Euro zur Verfügung. Darin enthalten sind die 1,5 Millionen Euro für den Umbau des Stadthauses, Gelder für die Gestaltung des Theatervorplatzes und für die Sanierung der Dächer am Schminkkasten und am Haus „Boucher“.

„Unser Ziel ist es nach wie vor, die Arbeiten am 31. Dezember 2019 abzuschließen“, so der Verwaltungsdirektor, der darauf verweist, dass die Arbeit unter den gegebenen Umständen eine große Herausforderung für die Mitarbeiter des Hauses ist.

mehr Infos

Theaterbausammlung nun vollständig online verfügbar

 

Liebe theater- und sammlungsbegeisterte KollegInnen und Freunde des Studiengangs,

Pünktlich zu Beginn des Europäischen Kulturerbe-Jahres 2018 geht die Theaterbausammlung der TU Berlin mit über 5000 Objekten online. Das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanzierte Kooperationsprojekt zwischen der TU Berlin und der Beuth Hochschule hat sein Ziel – die Erschließung und Digitalisierung der Theaterbausammlung der TU Berlin – nach zwei Jahren erfolgreich erreicht.

Die Sammlung beherbergt gut erhaltene Archivalien aus dem Zeitraum 1939 bis 1969 zu mehr als 500 Theaterbauten schwerpunktmäßig in Deutschland, Österreich, Frankreich, Slowenien, Polen, Tschechische Republik und Russland. Die bildlichen Materialien – Grundrisse, Schnitte, Fotografien und Schriftdokumente – geben einen einzigartigen Überblick des Zustands mitteleuropäischer Kulturbauten in der Mitte des 20. Jahrhunderts: Einerseits bildet die Sammlung eine Bestandsaufnahme der visionären Entwicklungen der 20er und 30er Jahre, andererseits dokumentieren die Objekte sowohl Stagnation als auch Rückbau während des Dritten Reichs von 1933 bis 1945. Zugleich gibt die Sammlung wertvolle Einblicke in die Visionen des architektonischen Aufbruchs der Nachkriegsmoderne bis in die 60er und 70er Jahre.

Die Sammlung ist ab sofort vollständig über die Onlinedatenbank des Architekturmuseums der TU Berlin für die Wissenschaft und eine breite Öffentlichkeit frei zugänglich und leistet damit schon jetzt einen wertvollen Beitrag zum Erhalt und zur Sichtbarmachung kulturellen (Theater)Erbes in Europa.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Bri Newesely, Dr. Hans-Dieter Nägelke, Prof. Kerstin Laube, Franziska Ritter und Team

Projektseiten
http://www.tu-buehnenbild.de/forschung/theaterbausammlung/
https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=610

Projekt-Team
Architekturmuseum TU Berlin – Dr. Hans-Dieter Nägelke
FG Theatertechnik Beuth HS Berlin – Prof. Dr. Bri Newesely
Bühnenbild_Szenischer Raum TU Berlin – Projektleitung: Franziska Ritter
Studentische Hilfskräfte: Robert Huth, Julia Kleinschmidt, Birte Dördelmann

(c) Fotos: Franziska Ritter

19 Mio für Raimund Theater


Das nach dem österreichischen Dramatiker Ferdinand Raimund benannte Theater wurde im Jahr 1893 nach Entwürfen des Architekten Franz Roth (1841–1909) errichtet und, vollständig elektrisch beleuchtet, am 28. November 1893 mit Raimunds Zauberspiel “Die gefesselte Phantasie” feierlich eröffnet.

Nun hat der Wiener Gemeinderat die Sanierung beschlossen und stellt dafür 19 Millionen Euro zur Verfügung. Im Zentrum der Baumaßnahmen, die 2019 beginnen sollen stehen Haustechnik und der Zuschauersaal…

St. Gallen: Bevölkerung für Theater Sanierung

Die Schweizer Bürger haben sich nicht nur für die Finanzierung eines öffentlichen Rundfunks entschieden, sondern in St. Gallen auch für die Aufnahme eines Kredites zur Sanierung des Theaters.

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1968 und ist dringend sanierungsbedürftig.

Die Sanierung soll ca. 48 Mio Franken kosten.

Für einen Neubau müsste mit Kosten zwischen 130 und 150 Millionen Franken gerechnet werden, erklärte die St. Galler Regierung im Vorfeld der Abstimmung. Die Befürworter sahen überdies einen Renovierungsstau: Die Glas-Metall-Fassade sei mit Asbest belastet. Die Bodenheizung lecke und werde nicht mehr angestellt.

Rund zwei Drittel der Bevölkerung des Kantons St. Gallen stimmt für die Aufnahme des Kredites.

Parchim erhält höhere Förderung für Theater-Umbau

Das frühere Mecklenburgische Landestheater Parchim, das sich auf Kinder- und Jugendstücke spezialisiert hatte, ist im Zuge einer Fusion im Schweriner Theater aufgegangen und firmiert dort als «Junges Staatstheater». Die alte Spielstätte in der Parchimer Blutstraße wurde vor einigen Jahren baupolizeilich zum großen Teil gesperrt. Seither spielt das kleine Ensemble an wechselnden Orten.

Als neuer Standort soll die ehemalige Eldemühle in Parchim umgebaut werden. Wie die Schweriner Volkszeitung berichtet, stellt das Land dafür bis 7 Millionen Euro Verfügung. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre).

– Quelle: https://www.svz.de/19203626 ©2018

2.5 Millionen für Erfurts Bühnenmaschinerie

 

Das Theater Erfurt erhält 2,5 Millionen Euro zur Erneuerung der Bühnenmaschinerie, wie t-online berichtet.
Das Geld stammt zu 80% aus einem europäischen Förderfond.
Das Erfurter Opernhaus wurde vor 15 Jahren erbaut. Die Bühnenmaschinerie muss nach mehreren Ausfällen dringend instand gesetzt werden, um den Spielbetrieb sicher zu stellen.

Sanierungsstau konkret

Ein beredtes Zeugnis des allgegenwärtigen Sanierungsstaus an den deutschen Theatern gibt der Intendant des Berliner Ensembles Oliver Reese in einem Interview in der NZZ:

Oliver Reese:
> . . . flapsig gesagt, eine Bruchbude! Wie schlecht der Zustand des Hauses, wie gewaltig der Sanierungsstau war, habe ich mir selber nicht vorstellen können: Computer von 1999, nur eine einzige Probebühne, keine ausgestattete zweite Spielstätte, eine baufällige Kantine, in der seit 18 Jahren die Küchengeräte nicht überholt wurden….Nachdem wir neunzig Computer gekauft und den Hauptserver erneuert hatten, hat es einen grossen Crash gegeben, und wir mussten feststellen, dass wir auch noch alle Leitungen erneuern mussten, weil das System so alt war. Wir haben in den ersten Wochen von Büro zu Büro gerufen, wir hatten eine marode Telefonanlage, keine Anrufbeantworter, die Video-Ausstattung war katastrophal…

Dem Leser werden Ausführungen über die Haustechnik und den Brandschutz erspart. Insbesondere die Theaterbauten aus der Zeit der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert sind dringend sanierungsbedürftig. Die historische Architektur ist dabei selten geeignet, modernen Anforderungen an Theater- und Haustechnik aufzunehmen.

Wesko Rohde, Vorsitzender der DTHG:
> Die Theaterbauten benötigen Innovation und Öffnung, kulturell wie politisch. Die Planer und Architekten müssen die Möglichkeit erhalten diese besonderen Bauwerke der letzten Jahrhunderte unter neuen Gesichtspunkten zu betrachten, die möglicherweise mit einer Nachkriegsbauordnung und allgemeinen Normungen nicht hinreichend beschrieben werden können. Eine neue Herangehensweise ist für die einmalige Weltkulturerbelandschaft der Theater notwendig, will man die Häuser in ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung erhalten.