Bundesrat bestätigt die Aufnahme neuer Mikrofonfrequenzbereiche in die Frequenzverordnung

Am 22.09.2017 hat die 960. Sitzung des Bundesrates im TOP 45 der überarbeiteten Frequenzverordnung zugestimmt. Neu ist u.a. die Öffnung der Frequenzbereiche 1350 bis 1400 MHz und 1518 bis 1525 MHz für den Einsatz drahtloser Produktionsmittel. Die deutschen Verbände und der Initiative SOS hatten sich für dafür eingesetzt, um einen Teil der Verluste zu kompensieren, die durch die Digitalen Dividenden (Versteigerung von 800 MHz und 700 MHz) verursacht wurden.

Zusätzlich wurde eine Empfehlung des Ausschusses für Kulturfragen angenommen:
„Der Bund solle an seine Zusicherung aus der Bund-Länder-Einigung vom 11. Dezember 2014 erinnert werden, wonach eine zuverlässige Sekundärnutzung von Frequenzen im UHF-Spektrum durch drahtlose Produktionsmittel insbesondere in Ballungsräumen langfristig gewährt bleiben müsse.“

Zitat:
Der Bund wird an seine Zusicherung aus der Bund-Länder-Einigung vom 11. Dezember 2014 erinnert, wonach
a) Nutzern drahtloser Produktionsmittel auch zukünftig entsprechend ihrer Bedeutung für die Rundfunk-, Kultur- und Kreativbranche Zugang zu ausreichend Frequenzspektrum gewährleistet wird und
b) die Bundesnetzagentur zum Ausdruck gebracht hat, dass sie den Frequenzbedarf der vorgenannten Nutzergruppen trotz der insoweit vorgebrachten Bedenken mit ihrem Frequenzkonzept zuverlässig decken kann.“

Zusammenfassung:

Mit der aktualisierten Frequenzverordnung öffnet Deutschland zwei weitere Frequenzbereiche für drahtlose Mikrofone und IEM.
APWPT setzt sich weiter dafür ein, dass auch in anderen Ländern diese Frequenzen für PMSE zur Verfügung gestellt werden.

Neu im DTHG-Büchermarkt: Festigkeitsanalyse von verleimten Theaterlatten

Ab sofort steht eine neue Ausgabe der Reihe DTHG-Schriften im DTHG Büchermarkt zur Verfügung.

Unter dem Titel Festigkeitsanalyse von verleimten Theaterlatten untersucht der Autor eines der wohl am häufigsten verwendeten Baumaterialien für Dekorationen.

Diese Bachelorarbeit zielt darauf ab Materialkennwerte für Theaterlatten zu liefern, um daraus hergestellte Holzkonstruktionen berechnen zu können. Dabei zeigt sich, dass rein rechtlich der Einsatz von Theaterlatten für tragende Zwecke nicht gestattet ist, da die Verleimung mittels eines thermoplastischen Leims erfolgt und dieser nicht temperatur- beständig ist. Um unabhängig davon eine Einschätzung des Werkstoffs vornehmen zu können, werden Biegeprüfungen an vier Proben verschiedener Produzenten nach der Prüfnorm für Brettschichtholz durchgeführt. Dabei ergeben sich große Schwankungen der Festigkeit zwischen dem besten und schlechtesten Produkt, obwohl alle Produkte unter dem gleichen Handelsnamen verkauft werden. Zur Quantifizierung des Einflusses von erhöhten Temperaturen auf die Tragfähigkeit werden zudem ungenormte Prüfungen bei 50 °C und 90 °C durchgeführt. Dabei lösen sich die Leimfugen und die Festigkeit reduziert sich drastisch. Außerdem werden einzelne Lamellen geprüft, um eine Aussage über die Festigkeit der Keilzinkung im Vergleich zu der des Holzes treffen zu können. Hier zeigt sich, dass die Festigkeit der Verzinkung bei allen Proben zu gering ist. Aufgrund dieser Ergebnisse lässt sich somit sagen, dass Theaterlatten nicht für tragende Zwecke eingesetzt werden können.

Das Buch umfasst ca. 100 Seiten, mit Berechnungsformeln, Prüfdiagrammen etc. und ist als
Interaktives eBook (pdf mit Passwortschutz) und gedruckte Broschüre erhältlich. DTHG Mitglieder erhalten für beide Versionen Rabatte.

Theater sind Erfahrungsräume der Demokratie

Eine Gruppe von mehr als achtzig unterzeichnenden Intendantinnen und Intendanten verschiedenster deutschsprachiger Theater bekennt sich drei Tage vor der Bundestagswahl über eine Anzeige in DIE ZEIT zu einem offen politischen Diskurs und betont damit den gesellschaftlichen Stellenwert aller Theater und Orchester der Bundesrepublik. Es handelt sich um eine persönliche Initiative aller Unterzeichnenden, um inmitten anhaltender Debatten mit Vertretern rechtsorientierter und anti- demokratischer Positionen ein klares Zeichen zu setzen.

Online-Konsultation zur Nominierung „Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft“ als UNESCO-Immaterielles Kulturerbe der Menschheit

Online-Konsultation zur Nominierung „Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft“

als UNESCO-Immaterielles Kulturerbe der Menschheit

Wir laden hiermit alle Akteure der Deutschen Theater- und Orchesterlandschaft herzlich ein, sich vom 14. September bis zum 15. Oktober 2017 an der Nominierung für die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO zu beteiligen.

Seit 2014 ist die „Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft“ im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingetragen. Im Dezember 2016 bestätigten die Kultusministerkonferenz und die Staatsministerin für Kultur und Medien die Auswahl unserer Kulturform für eine UNESCO-Nominierung. Die Einreichung des Nominierungsdossiers bei der UNESCO soll im März 2018 erfolgen.

Im ersten Halbjahr 2017 hat eine Task Force* gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission einen Entwurf des Nominierungsdossiers erstellt. Das Dokument steht als Google Doc zu Ihrer unmittelbaren Kommentierung ab dem 14. September unter www.unesco.de/ike bereit. Gern können Sie bis spätestens zum 15. Oktober 2017 Ihre Anregungen, Hinweise und Fragen zum Text übermitteln. Neben kritischem Feedback freuen wir uns auch über Hinweise, was am Entwurf gelungen ist und Ihre Zustimmung findet.

Informationen zum Thema Immaterielles Kulturerbe und Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter www.unesco.de/kultur/immaterielles-kulturerbe/faq.html. Bei weiteren Fragen steht Ihnen die Geschäftsstelle Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission unter ike@unesco.de oder 030/2065819-11 gern zur Verfügung.

Wir danken Ihnen für Ihre Beteiligung und freuen uns auf den Austausch.

Teilen Sie diese Information gern auch in Ihren Verbänden und Netzwerken.

Günther Beelitz,

Prof. Dr. Christian Höppner,

Albert Schmitt & Kathrin Tiedemann

 

* Die Task Force besteht aus den als Unterzeichner/innen genannten Repräsentanten, des Deutschen Bühnenvereins, des Deutschen Musikrats, der freien Orchester- sowie der freien Theaterszene.

Langjähriger Technischer Direktor des Theaters Plauen-Zwickau, Andreas Krötzsch verstorben

Mit großer Betroffenheit und Anteilnahme reagierte die Belegschaft des Theaters Plauen-Zwickau auf die Nachricht, dass ihr langjähriger Technischer Direktor, Andreas Krötzsch, am vergangenen Freitag nach langer schwerer Krankheit verstorben ist.
Der gebürtige Bautzener begann 1980 seine Theaterlaufbahn  am Theater in Cottbus, zunächst als Bühnenarbeiter, später als Technischer Leiter.
1994 holte ihn Intendant Dieter Roth als Technischen Direktor ans Vogtlandtheater. Seit 2004 war er dann ebenfalls für das Zwickauer Haus zuständig und somit verantwortlich für alle technischen Abläufe auf und hinter der Bühne einschließlich der Gebäude.

Von 1995 bis 2015 war Andreas Krötzsch Mitglied der DTHG.

Generalintendant Roland May äußert sich im Rückblick über Andreas Krötzsch:

Mit seinem überaus großen Organisationsgeschick war er maßgeblich beteiligt an der versierten und gewissenhaften Einrichtung und Realisierung aller technischen Abläufe. Er war ein Bühnenmensch durch und durch, der mit ganzem Herzen für das Theater gebrannt hat. Seit seinem Ausscheiden 2015 hat er im Theater Plauen-Zwickau eine große Lücke hinterlassen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

Neben seiner Arbeit am Theater war Andreas Krötzsch leidenschaftlicher Radsportler. Gemeinsam mit Freunden unternahm er Radtouren nach Paris und London, um mit Spenden krebskranke Kinder im Vogtland zu unterstützen.

Wesko Rohde – neuer Vorsitzender des Vorstandes der DTHG

Liebe DTHG Mitglieder,

manchmal erfordern neue Wege eine neue Aufstellung einer Mannschaft.

Arved Hammerstädt, der als Vorsitzender bereits für neue Impulse gesorgt hat, hat die Initiative ergriffen und eine Umbildung des Vorstandes angeregt. Dafür hat er neben meinem freundschaftlichen Respekt auch meine große Hochachtung! Diesen Schritt im Interesse der DTHG zu gehen, steht für sich selbst und vor allem für Arved Hammerstädt. Ich bin froh und dankbar, weiterhin mit ihm im Vorstand unsere gute gemeinsame Arbeit fortzusetzen zu können.

Gabi Hoegg hat sich entschieden, ihren Platz als 1. Stellvertreterin Arved Hammerstädt zu überlassen und ihre Arbeit im Vorstand nicht fortzusetzen. Der Vorstand und ich persönlich danken ihr für das langjährige und professionelle ehrenamtliche Engagement, mit dem sie die Interessen der DTHG vertreten hat. Wir werden sie im Vorstand sehr vermissen und es wird nicht einfach werden, die Lücke zu schließen.

Entsprechend der Wahlordnung der DTHG wird als neues Mitglied des Vorstandes Hans Joachim Rau, TD in Düsseldorf, in Kürze seine Arbeit aufnehmen – wir werden ihn herzlich willkommen heißen.

Mich hat der Vorstand zum neuen Vorsitzenden gewählt. Ich danke für das Vertrauen und freue mich auf die Zusammenarbeit in dem modernen und entschlussfreudigen Team.

Gemeinsam mit meinen Kollegen und unserem Geschäftsführer und Allrounder Hubert Eckart werden wir den Verband weiter in Richtung Zukunft entwickeln.

Darauf freue ich mich.

Herzliche Grüße

 

 

Wesko Rohde

Theaterstatistik 2015/2016 des Deutschen Bühnenvereins: Besucheranstieg im Kinder- und Jugendtheater und mehr Zusatzveranstaltungen als je zuvor

Die öffentlich getragenen Theater und Orchester – also Staats- und Stadttheater sowie Landesbühnen – boten in der Spielzeit 2015/2016 mehr Vermittlungsveranstaltungen, Stück-Einführungen und Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen als je zuvor: Die Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins zeigt einen Anstieg von fast 10 Prozent. Dieses „theaternahe Rahmenprogramm“, das in vielen Spielstätten und auch außerhalb des Theaters stattfindet, stieg von 13.229 Veranstaltungen auf 14.519. Bereits in den Vorjahren war hier ein deutliches Wachstum zu verzeichnen. „Theater tun also messbar mehr dafür, in die Stadtgesellschaft hineinzuwirken und ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung gerecht zu werden. Dieses Engagement geht viel zu häufig in Debatten unter, in denen Theater und Orchester mit ihren Leistungen infrage gestellt werden“, kommentierte Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Direktor des Bühnenvereins, heute die Zahlen in Köln.

Bei den Vorstellungen ist die Zahl ganz leicht zurückgegangen, dafür sind die Eigeneinnahmen gestiegen: Die Theater und Orchester boten 67.257 Vorstellungen vor Ort (im Vorjahr: 67.437), und konnten ihre Eigeneinnahmen um etwa 3,0 Prozent auf ca. 551 Millionen Euro steigern (im Vorjahr rund 535 Millionen Euro). Das prozentuale Einspielergebnis von 18,4 Prozent ist gleich geblieben.

Bei den Besucherzahlen ist im Kinder- und Jugendtheater ein Anstieg um rund 5 Prozent von 2.842.130 Besuchern auf 2.981.236 zu vermelden. Rund 14.400 Vorstellungen bundesweit haben die öffentlich getragenen Kinder – und Jugendtheater gestemmt, und das mit nur rund 550 MitarbeiterInnen bundesweit insgesamt (künstlerisches und nicht-künstlerisches Personal inkl. Figurentheater). „Die Arbeit der Häuser ist kulturpolitisch hoch wertzuschätzen. Oft arbeiten Kinder- und Jugendtheater finanziell und personell am Limit. Sie leisten im Kontext der Stadtgesellschaft wirklich Großes. Ich nenne hier nur Herausforderungen wie die wachsende Diversität in den Städten oder den Ausfall von Musik- und Kunstunterricht in den Schulen. All das lässt die Arbeit der Häuser nicht unberührt“, so Grandmontagne.

Ansonsten zeigen die Zahlen Kontinuität: Die Gesamtbesucherzahlen der öffentlich getragenen Theater und Orchester sind einschließlich der Gastspiele mit rund 21 Millionen Zuschauern stabil geblieben, ebenso die Zuschauerzahlen der Privattheater mit ca. elf Millionen. Inklusive der Festspiele und selbstständigen Sinfonieorchester besuchten 2015/2016 über 39 Millionen ZuschauerInnen die Häuser. Die Zahl der fest angestellten Theatermitarbeiter – befristet und unbefristet – ist wieder leicht gestiegen, von 39.399 auf 39.505. Insgesamt sind 44.237 Personen (Vorjahr 44.143) fest in den Theatern und Orchestern angestellt, einschließlich der Musiker der selbstständigen Orchester und Rundfunkorchester. Die Zahl der nicht ständig beschäftigten Mitarbeiter stieg erneut, diesmal von 27.338 auf 27.780. Die öffentlichen Zuschüsse wurden von rund 2,43 Milliarden Euro auf nunmehr gut 2,5 Milliarden Euro erhöht, eine Erhöhung um ca. 3,1 Prozent.

Die Theaterstatistik dokumentiert die wichtigsten Wirtschaftsdaten der Theater und Orchester in Deutschland. Insgesamt 143 Staatstheater, Stadttheater und Landesbühnen sowie 130 Orchester (inklusive Theaterorchester), 221 Privattheater und 77 Festspiele werden 2015/2016 mit ihren Einnahmen und Ausgaben, Personalangaben, Besucherzahlen und Veranstaltungen dargestellt. Sie ist das umfangreichste Nachschlagewerk über die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der Theater und Orchester in Deutschland.

Hinweis: Nicht alle existierenden Festspiele und Privattheater sind in dieser Statistik erfasst.

Kosten: 25,- Euro zzgl. Versandkosten
Bestellung: Deutscher Bühnenverein
Postfach 10 07 63
50447 Köln
Fax 0221/20812-28
E-Mail material@buehnenverein.de
ISBN 978-3-934431-20-1

Digitales Fernsehen „DVB-T2“ ändert im November erneut die Frequenzen

Das Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland hat in einer Pressemitteilung weitere Informationen zu weiteren Regionen der Inbetriebnahme von DVB-T2 bekanntgegeben. Demnach finden im November weitere Änderungen der regionalen Frequenznutzung durch das digitale Fernsehen statt. Bitte prüfen Sie unbedingt, ob Sie in den betroffenen Regionen freie Frequenzen nutzen, da später durch DVB-T2 belegt werden. Das gilt natürlich auch für Veranstaltungen, die sich noch in der Planungsphase befinden.

Weiterführende Informationen:

Bitte beachten Sie in diesem Dokument insbesondere die orangen Sektionen „Kanalwechsel im Nov. 2017“:
http://www.dvb-t2hd.de/files/SenderstandorteundKanaele(November2017).pdf

Dieses Dokument zeigt den Ausbauplan bis 2019 in seiner zeitlichen Reihenfolge:
http://www.dvb-t2hd.de/files/DVB-T2HDAusbauplanungbis2019SortierungZeit.pdf

Digitale Dividende II – Ausgleichszahlungen

In einer Mitteilung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur weist darauf hin, dass Anträge auf Ausgleichszahlungen (Entschädigung) für Produktionsmittel, die auf Grund veränderter Frequenzzuteilungen nicht mehr genutzt werden können, nach wie vor gestellt werden können.

In der Mitteilung heißt es:

Das BMVI hat auf dieser Grundlage am 18. September 2015 eine Richtlinie erlassen, nach der Ausgleichszahlungen an Nutzer drahtloser Produktionsmittel (PMSE) im Frequenzbereich 470 – 790 MHz gewährt werden. Grundsätzlich anspruchsberechtigt sind PMSE- Nutzer mit Zuteilungen im Bereich 694 – 790 MHz sowie, bei künftig nicht mehr ungestörter Nutzung, Nutzer mit Zuteilungen im Bereich 470 – 694 MHz.

Die Ausgleichszahlungen werden in einem Antragsverfahren geleistet, das durch die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) durchgeführt wird. Seit Beginn des Verfahrens am 1. Januar 2016 konnte erfreulicherweise die weit überwiegende Anzahl der bislang gestellten Anträge positiv beschieden und entsprechende Mittel zeit- nah ausgezahlt werden.

Die BAV informiert auf ihrer Website ausführlich über die Vorausset- zungen sowie den Ablauf des Verfahrens und bietet die Möglichkeit, den Richtlinientext abzurufen. Darüber hinaus können potenzielle Antragsteller die zuständigen Mitarbeiter der BAV telefonisch kontaktieren, um Einzelfragen zu klären.

Informationen finden Antragsteller unter folgendem Weblink:

https://www.bav.bund.de/DE/3 Aufgaben/5_Ausgleichszahlungen/l PMSE/PMSE node.html 

 

Aktionsplan für bedrohte Künstler*innen auf den Weg gebracht 35. ITI-Weltkongress solidarisiert sich mit Leitung des Theaterfestivals in Akko (Israel)

Aktionsplan für bedrohte Künstler*innen auf den Weg gebracht
35. ITI-Weltkongress solidarisiert sich mit Leitung des Theaterfestivals in Akko (Israel)

Politisch bedrohte Künstler*innen können – gleich Journalist*innen – künftig mit einem Aktionsplan der UNESCO rechnen. Ein entsprechender Vorstoß, den maßgeblich das deutsche Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI) auf den Weg gebracht hat, wurde jetzt von der Generalversammlung des ITI-Weltverbandes einstimmig angenommen. „Angesichts von zunehmender Bedrohung und Verfolgung, denen Künstler*innen weltweit ausgesetzt sind, ist eine solcher Aktionsplan überfällig,“ sagte ITI-Direktor Thomas Engel im Anschluss an den 35. ITI-Weltkongress, der am Wochenende in Segovia (Spanien) zu Ende ging. Engel rechnet allerdings mit einem “langen und komplizierten Abstimmungsprozess“ unter den UNESCO-Mitgliedern. (Text der Deklaration Nr. 1, engl)
Vom ITI-Weltkongress ohne Gegenstimmen angenommen wurde auch eine Solidaritätserklärung mit der künstlerischen Leitung des renommierten Theaterfestivals im israelischen Akko. Diese war aus Protest gegen die von der Stadt verfügte Absetzung der eingeladenen Produktion „Prisoners of the Occupation“ zurückgetreten. Das für Oktober geplante Festival wird daher erstmalig in seiner 38jährigen Geschichte ausgesetzt. „Prisoners of the Occupation“ von Einat Weizman beschreibt die Situation inhaftierter Palästinenser in israelischen Gefängnissen. ( Text der Deklaration Nr. 2, engl.)

Das ITI wird sich, wie vom Weltkongress ebenfalls beschlossen, wegen der Visasituation für Künstler*innen aus außereuropäischen Ländern an das Europa-Parlament wenden, kündigte der deutsche ITI-Direktor an. Künstlermobilität und die Stärkung der Generation der jungen Theatermacher*innen würden auch im kommenden Jahr die Aktivitäten der nationalen Zentren des ITI-Weltverbandes bestimmen, in dem dieser sein 70. Jubiläum begeht. Für Prag, Paris und Da Nang (Vietnam) sind gesonderte Festveranstaltungen in Vorbereitung.

Die Delegierten der in Segovia anwesenden 56 Länder wählten zudem einen neuen Exekutivrat, dem Joachim Lux, Präsident des deutschen ITI-Zentrums, erneut angehört. Der neue Exekutivrat bestätigte Mohamed Al Afkham (Emirat Fujairah) für eine zweite Amtszeit als Präsident des Weltverbandes. Vizepräsidenten wurden Ji Guoping (China), Derek Goldman (USA), Hamadou Mandé (Burkina Faso) und Fabio Tolledi (Italien).