Einsendeschluss bis 30.03.2017 verlängert!

Auf Wunsch vieler Interessenten, die sich noch für den Weltenbauer-Award und den Weltenbauer-Youngster 2017 bewerben möchten, wurde die Einsendefrist bis zum 30. März 2017 verlängert!

Nutzen Sie die Chance, sich zu bewerben und einen der begehrten Preise zu gewinnen!

Alle Infos hier!

Stuttgart: Tödlicher Unfall beim Abbau

In der Stuttgarter Schleyerhalle hat sich am 21.2.2017 ein tödlicher Unfall ereignet. Nach einem Konzert der US-Metal-Band Avenged Sevenfold stürzte ein Techniker beim Abbau vom Hallendach und fiel auf einen am Boden arbeitenden 19-jährigen Kollegen. Dieser wurde dabei so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort verstarb. Der abgestürzte Mitarbeiter wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Gutachter werden nun den Unfallhergang untersuchen.

Zwickau: Funde aus dem Mittelalter bei Theatersanierung

Anfang Dezember 2016 starteten in Zwickau die Vorbereitungen zur Sanierung des Theaters, des Zwickauer Gewandhauses. Das Gebäude wurde zwischen 1522-1525 erbaut und ist eine der Spielstätten des Theaters Plauen-Zwickau.

Bei den Arbeiten des Rückbaus der Bodenplatte wurden jetzt durch Archäologen Scherben aus dem Zeit vor dem großen Brand, der die Stadt Zwickau im Jahre 1403 verwüstete, gefunden.

Die Kosten der gesamten Sanierung sind mit 14,25 Millionen Euro veranschlagt.

Oberammergau: Sanierung notwendig

Das Passionstheater Oberammergau muss saniert werden. Lt. Schätzung werden dafür 7 Millionen Euro notwendig sein.
Im Bühnenhau sollen die Garderoben & Toiletten für die Mitwirkenden, der Bühnenboden sowie Fenstern und Türen erneuert werden. Im Zuschauerraum müssen die alten Brandschutzplatten entfernt und diverse Akustikmaßnahmen durchgeführt werden. Hinzu kommen Sanierungen an Dach, Fassade und Vordach sowie der Aussenanlagen.

Bislang stehen dafür allerdings keine Landesmittel zur Verfügung, berichtet der Merkur.

Hof: Weichenstellung für Theatersanierung

Am 20.Februar entscheidet der Hofer Stadtrat über die anstehende Sanierung des “Neuen” Theaters. Der 1994 fertig gestellte Bau bedarf nach 25 Jahren der Sanierung. Hierfür wurde bereits ein Gutachten erstellt. Nach Schätzungen sollen die Kosten ca. 12 Millionen Euro betragen.

Vor allem die Theater-, Mess- und Steuerungstechnik muss grundlegend erneuert werden.

Br-online zitiert den Kulturamtsleiter:

Dem Stadtrat sollen am Montag zwei Startzeitpunkte für die Sanierungen vorgestellt werden. Beide liegen in der zweiten Jahreshälfte 2018. Kulturamt und Theater bevorzugen eine Sanierung am Stück. Das Theater müsste dann voraussichtlich für ein halbes Jahr geschlossen werden. Ein Alternative wäre eine längere Sommerpause und auf mehrere Wochen verteilte Arbeiten. “Im Sommer sanieren aber alle Theater ihre Häuser, da wird es schwierig werden, die besten Firmen zu bekommen”, gibt Kulturamtsleiter Nürmberger zu bedenken.

Volker Butzmann verstorben

Am 12. Februar 2017 verstarb unser langjähriges DTHG-Mitglied Volker Butzmann im Alter von 74 Jahren.

In einem persönlichen Nachruf schreibt Klaus Wichmann:

“Volker Butzmann wuchs in Konstanz am Bodensee auf, erlernte in der Werkstatt seines Vaters das Handwerk eines klassischen Schlossers und Schmied. Wie er nun zum Theater kam hat er mir nie erzählt. Er war einfach plötzlich da und  leitender Techniker bei einem Tourneetheater, das mit Stars von Film und Fernsehen über die Dörfer zog. Auch mit der Sendung „Der Goldene Schuss“ mit Lou van Burg tourte Volker Butzmann durch die Lande und leitete gelegentlich den Pfeil, wenn die Mechanik der Armbrust versagte, in per Hand ins Ziel.

Er wollte nach eigenem Bekunden sesshaft und seriös (!) werden, deshalb besuchte er das Seminar für Theatertechnik in Recklinghausen und bewarb sich nach der Theatermeisterprüfung an der Schaubühne am Halleschen Ufer. Die Schaubühne war zu dem Zeitpunkt noch ein Stachel im gesättigten und etablierten Theaterleben. Gegen die Schaubühne wurde von allen Seiten gekämpft. (…) Auch die traditionellen Theatertechniker schossen gegen die Schaubühne. Die Techniker der Schaubühne waren die Verräter des Berufsstandes. Für Volker Butzmann genau das richtige Arbeitsumfeld. Jede technische Einrichtung ging über die Grenzen des Machbaren. Ohne ihn wären die großen technisch und künstlerisch wegweisenden Inszenierungen von Peter Stein, Michael Grüber, Luc Bondy und Bob Wilson in den Bühnenräumen von Karl Ernst Herrmann, Klaus Weiffenbach um nur einige zu nennen nicht möglich gewesen. (…)  Nach über 15 Jahren an der Schaubühne jetzt am Lehniner Platz kündigte Volker Butzmann seinen Vertrag. Er bewarb sich in Köln und war dort bis 1993 techn. Direktor.

1993 wechselte Volker Butzmann an die Sächsische Staatsoper Dresden und blieb ihr bis zu seinem 65 Lebensjahr treu. Hier setzte er, etwas ruhiger geworden, seine an die Grenzen des Machbaren gehenden technischen Einrichtungen fort. Bespielhaft sind die Inszenierungen von Die Soldaten, Der Ring des Nibelungen und die Frau ohne Schatten um nur einige wenige zu nennen. Die größte Herausforderung war aber das Hochwasser im Jahr 2013. In der Presse galten der Zwinger und die Semperoper als verloren. Nicht für Volker Butzmann er kämpfte mit seinen Mitarbeitern erfolgreich  für die Begrenzung des Schadens und leitete sehr umsichtig den Wiederaufbau der „vierten“ Semperoper.”

Kaum im sogenannten verdienten Ruhestand folgte er dem Ruf von Uwe Laufenberg für zwei Jahre an die Bühnen der Stadt Köln wieder als technischer Direktor.

Die DTHG verliert mit Volker Butzmann ein hochgeschätztes langjähriges Mitglied, dessen Andenken wir in Ehren halten werden.

 

Mehr Förderung für freie Theater

Die Landesregierung Brandenburg fördert die mehr als 30 Freien Theater in Brandenburg dieses Jahr mit insgesamt 1,35 Millionen Euro. Darunter erhalten sechs Ensembles in Potsdam, Cottbus, in der Uckermark und in Werder (Potsdam-Mittelmark) den Löwenanteil in Höhe von 770.000 Euro, wie Kulturministerin Martina Münch (SPD) mitteilte.

Eine unabhängige Fachjury hat die Förderanträge begutachtet und sich bei sechs Einrichtungen für eine ganzjährige Förderung entschieden. Darüber hinaus werden acht Projekte gefördert, die für einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten angelegt sind oder experimentellen Charakter haben. Mit dem Verfahren, eine unabhängige Jury mit den Förderentscheidungen zu betrauen, geht das Kulturministerium neue Wege. Entwickelt wurde es in enger Zusammenarbeit mit dem Landesverband Freier Theater Brandenburg. Dieser hatte intensiv dafür geworben, dass für die Förderung innovativer Projekte mehr Handlungsspielräume geschaffen werden müssten. Dazu Kulturministerin Sabine Kunst: „Es gilt, erfolgreiche Theater mit innovative Projekten zu fördern. Innovativ ist auch, wenn sie einen Beitrag zur kulturellen Bildung leisten oder in ländlichen Regionen ein kulturelles Angebot schaffen. Insofern ist die neue Förderung der Freien Theater nicht nur von den Freien Theatern gewünscht – Sie ist ein Baustein der kulturpolitischen Strategie des Landes.“ Durch das neue Verfahren erhalten von den acht nicht-ganzjährigen Projekten vier erstmals eine Förderung durch das Kulturministerium. Da zugleich die Gesamtsumme der Fördermittel um rund 150.000 € auf 850.000 € erhöht wurde, ist mit dem neuen Förderverfahren aus Sicht des MWFK eine höhere Verteilungsgerechtigkeit erzielt worden.

Mängel in Gastspielhäusern gravierend

 

Kommunen, die Gastspieltheater und Schulaulen betreiben, haben eine hohe Verantwortung, um die Sicherheit und Spielfähigkeit zu garantieren. Wie ein Beispiel aus Castrop-Rauxel zeigt, können jahrelange Versäumnisse große Folgen haben.

Wie die Ruhr Nachrichten v. 10.2.2017 berichten ist die Aula des Adalbert-Stifter-Gymnasiums, die eine beliebte Spielstätte für Amateur- und professionelle Theater ist, inzwischen in so einem schlechten technischen Zustand, dass ein weiterer Spielbetrieb in Frage steht.

Der Beitrag zitiert den Geschäftsführer der Firma Lutts Licht- und Tontechnik Service, der beschreibt, dass Kulissenzüge aus den Führungsschienen gerutscht sind und nicht demontiert wurden, der Staub im Schnürboden inzwischen so dick ist, dass die Brandgefahr durch die Hitze der Scheinwerfer extrem ist.

Unterdessen soll die Stadt die Summe von 66.000 € bereitstellen, um die schlimmsten Mängel abzustellen. Ob das ausreicht, scheint eher ungewiß.

Der Neubau einer Mehrzweckspielstätte mit Probenzentrum wäre vielleicht die bessere Lösung.

Das Thema der technischen Sicherheit und Spielfähigkeit von Gastspielbühnen steht auch auf der Tagesordnung der Frühjahrstagung der INTHEGA, die durch die DTHG unterstützt wird. DTHG-Landesbühnen-Beauftragte Martin Fuchs und Kay Viering werden dort konkrete Vorschläge unterbreiten und den Kommunen Hilfen anbieten.

 

Ulrich Khuon ist neuer Präsident des Deutschen Bühnenvereins

Ulrich Khuon ist neuer Präsident des Deutschen Bühnenvereins
Außerordentliche Hauptversammlung des Bühnenvereins und Tagung der Intendantengruppe in Erfurt und Weimar

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Theater Erfurt haben die Mitglieder des Deutschen Bühnenvereins heute einstimmig Ulrich Khuon für vier Jahre als neuen Präsidenten gewählt. Die vorgezogene Neuwahl fand statt, da die bisherige Bühnenvereins-Präsidentin Prof. Barbara Kisseler im Oktober 2016 verstorben war. Khuon ist Intendant des Deutschen Theaters in Berlin. Zusammen mit dem neuen Geschäftsführenden Direktor des Bühnenvereins, Marc Grandmontagne, will er in den nächsten Jahren unter anderem den Dialog mit Politikern in Bund, Ländern und Kommunen verstärken. „Das Zentrum der Arbeit des Bühnenvereins wird durch die einzelnen Häuser und ihre Kraft und Vielfalt definiert. In der gegenwärtigen Situation der Sprachlosigkeit, der Ratlosigkeit, des Falschsprechens oder des Nichtmiteinanderredens, wächst die Bedeutung der Orte, an denen die offene Gesellschaft gesucht, diskutiert und gelebt wird. Jedes einzelne Theater und Orchester spielt dabei eine zentrale Rolle“, sagte Ulrich Khuon in seiner Antrittsrede. Der Bühnenverein sei für die Theater und Orchester ein bundesweit wirkungsmächtiger Multiplikator und ein wichtiges Forum für den Austausch von Kulturschaffenden und Kulturpolitik. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Bühnenvereins soll die Verbesserung der Arbeitsbedingungen an Theatern und Orchestern sein. Auch einige interne Strukturen des Verbands wollen Grandmontagne und Khuon verändern.

Am 23. und 24. Januar 2017 tagte auch die Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins. Die Intendant*innen trafen sich im Nationaltheater Weimar und diskutierten vor allem über das Spannungsverhältnis zwischen Kunst und Politik. „Wir sind uns einig, dass die Theater und Orchester mit ihrer Kunst aktiv zur Sensibilisierung und Wahrnehmbarkeit gesellschaftlicher Zusammenhänge beitragen und sich klar positionieren müssen. Nationalismus, Rassismus und jeder Form von Respektlosigkeit gilt es engagiert entgegenzutreten.“, sagte der Vorsitzende der Intendantengruppe, Nationaltheaterintendant Hasko Weber, heute in Erfurt.

Ulrich Khuon, geboren 1951, leitet seit September 2009 das Deutsche Theater Berlin. Seine Theaterarbeit begann 1980 als Chefdramaturg und ab 1988 als Intendant am Stadttheater Konstanz. 1993 wechselte er als Intendant ans Niedersächsische Staatstheater Hannover und war von 2000 bis 2009 Intendant des Thalia Theaters Hamburg. Während seiner Intendanz wurde das Thalia Theater zweimal Theater des Jahres. 1997 wurde er zum Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hannover ernannt und ist Mitglied in der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, in der Akademie der Künste (Sektion Darstellende Kunst) und in der Jury des Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreises. Khuon wurde 2008 in den Senat der Deutschen Nationalstiftung und in den Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels berufen. Von 2011 bis 2016 war er Vorsitzender der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein. 2013 wurde ihm von der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger der Max-Reinhardt-Ring verliehen.

Köln/Erfurt, 24. Januar 2017