Verhandlungserfolg: Steigende Vergütungen für Künstler*innen in Theatern und Orchestern

06. März 2017

Gemeinsame Pressemitteilung von Bühnenverein, DOV, GDBA und VdO

Verhandlungserfolg: Steigende Vergütungen für Künstler*innen in Theatern und Orchestern

Köln – Auf steigende Vergütungen an Stadt- und Staatstheatern sowie an Landesbühnen haben sich am 2. März 2017 die Gewerkschaften DOV (Deutsche Orchestervereinigung), GDBA (Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger) und VdO (Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer) mit dem Arbeitgeberverband Deutscher Bühnenverein – Bundesverband der Theater und Orchester geeinigt.

Für Mitarbeiter*innen in Theatern oder Orchestern in Trägerschaft eines Landes steigen die Vergütungen rückwirkend zum 1. Januar 2017 um 2,0 Prozent, für geringe und mittlere Vergütungen jedoch mindestens um 75 Euro pro Monat. Für Mitarbeiter*innen in Theatern und Orchestern in kommunaler Trägerschaft erzielte die Verhandlungsrunde ein Plus von 2,35 Prozent, das rückwirkend zum 1. Februar 2017 gilt. Der Abschluss steht noch unter Zustimmungs-Vorbehalt der zuständigen Gremien der Tarifparteien.

Der Abschluss entspricht den Lohnerhöhungen des öffentlichen Dienstes. Er gilt für die künstlerisch Beschäftigten an Theatern und in Orchestern, vor allem für Schauspieler*innen, Sänger*innen, Tänzer*innen, Musiker*innen, aber auch für Dramaturg*innen, Inspizient*innen sowie Bühnentechniker*innen mit überwiegend künstlerischen Aufgaben.

Kontakt:
Deutscher Bühnenverein – Bundesverband der Theater und Orchester •
Vera Scory-Engels • Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit •

Hans Heinrich Bethge neuer Vizepräsident des Deutschen Bühnenvereins

Bei der Präsidiumssitzung des Deutschen Bühnenvereins am 28. Februar 2017 in Berlin wurde Senatsdirektor Hans Heinrich Bethge, Amtsleiter der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, zum neuen Vizepräsidenten gewählt. Er ist damit Stellvertreter von Bühnenvereins-Präsident Ulrich Khuon. Hans Heinrich Bethge ist Jurist und hat zu Beginn seiner Laufbahn als Rechtsanwalt und Journalist im Theaterbereich gearbeitet. Für die Stadt Hamburg war er zunächst in der Justizbehörde tätig und ist seit 1992 in der Kulturbehörde. Im Jahr 2003 übernahm er die Leitung des Amtes Kultur. Er ist Mitglied in den Aufsichtsräten vieler Kultureinrichtungen der Stadt Hamburg sowie seit 2006 im Präsidium des Deutschen Bühnenvereins als Vorsitzender der Staatstheatergruppe.

Ulrich Khuon, Präsident des Deutschen Bühnenvereins, freut sich über die Wahl von Hans Heinrich Bethge:

“Ich kenne Herrn Bethge als sehr erfahrenen und neugierigen Kenner der Kulturpolitik, der in das Präsidium wichtige Impulse einbringt. Gerade für den dringend gebotenen Dialog mit der Politik ist seine Eigenschaft als Vertreter der Rechtsträger ein weiteres Plus”, sagte Ulrich Khuon.

Hans Heinrich Bethge sieht die Wahl zum Vizepräsidenten als Ansporn, sein langjähriges Engagement im Bühnenverein weiter zu verstärken.

“Ich freue mich, zusammen mit dem neuen Team aus Ulrich Khuon und Marc Grandmontagne den Bühnenverein weiterzuentwickeln und die Theater und Orchester in ihrer heute mehr denn je unverzichtbaren Arbeit zu unterstützen.”

Die Mitglieder des Bühnenvereins bilden sechs verschiedene Gruppen, die sich um spezifische Belange der ihnen angehörenden Mitglieder kümmern und deren Interessen vertreten. Dem Präsidium des Bühnenvereins gehören die Gruppenvorsitzenden an, eine*r der Vorsitzenden wird Vizepräsident*in.

Das Präsidium des Deutschen Bühnenvereins 2017:

–     Präsident: Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters Berlin
–     Vorsitz Staatstheatergruppe und Vizepräsident: Senatsdirektor Hans Heinrich Bethge, Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg
–     Vorsitz Stadttheatergruppe: Gabriel Engert, Kulturreferent der Stadt Ingolstadt
–     Vorsitz Landesbühnengruppe: Kay Metzger, Intendant des Landestheaters Detmold
–     Vorsitz Privattheatergruppe: Christian Seeler, Intendant des Ohnsorg-Theaters Hamburg
–     Vorsitz Außerordentliche Mitglieder: Charlotte Sieben, Kaufmännische Geschäftsführerin der Berliner Festspiele Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH
–     Vorsitz Intendantengruppe: Hasko Weber, Generalintendant des Nationaltheaters Weimar

Köln, 01. März 2017

Fotocredit: Kulturbehörde Hamburg

Einsendeschluss bis 30.03.2017 verlängert!

Auf Wunsch vieler Interessenten, die sich noch für den Weltenbauer-Award und den Weltenbauer-Youngster 2017 bewerben möchten, wurde die Einsendefrist bis zum 30. März 2017 verlängert!

Nutzen Sie die Chance, sich zu bewerben und einen der begehrten Preise zu gewinnen!

Alle Infos hier!

Stuttgart: Tödlicher Unfall beim Abbau

In der Stuttgarter Schleyerhalle hat sich am 21.2.2017 ein tödlicher Unfall ereignet. Nach einem Konzert der US-Metal-Band Avenged Sevenfold stürzte ein Techniker beim Abbau vom Hallendach und fiel auf einen am Boden arbeitenden 19-jährigen Kollegen. Dieser wurde dabei so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort verstarb. Der abgestürzte Mitarbeiter wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Gutachter werden nun den Unfallhergang untersuchen.

Zwickau: Funde aus dem Mittelalter bei Theatersanierung

Anfang Dezember 2016 starteten in Zwickau die Vorbereitungen zur Sanierung des Theaters, des Zwickauer Gewandhauses. Das Gebäude wurde zwischen 1522-1525 erbaut und ist eine der Spielstätten des Theaters Plauen-Zwickau.

Bei den Arbeiten des Rückbaus der Bodenplatte wurden jetzt durch Archäologen Scherben aus dem Zeit vor dem großen Brand, der die Stadt Zwickau im Jahre 1403 verwüstete, gefunden.

Die Kosten der gesamten Sanierung sind mit 14,25 Millionen Euro veranschlagt.

Oberammergau: Sanierung notwendig

Das Passionstheater Oberammergau muss saniert werden. Lt. Schätzung werden dafür 7 Millionen Euro notwendig sein.
Im Bühnenhau sollen die Garderoben & Toiletten für die Mitwirkenden, der Bühnenboden sowie Fenstern und Türen erneuert werden. Im Zuschauerraum müssen die alten Brandschutzplatten entfernt und diverse Akustikmaßnahmen durchgeführt werden. Hinzu kommen Sanierungen an Dach, Fassade und Vordach sowie der Aussenanlagen.

Bislang stehen dafür allerdings keine Landesmittel zur Verfügung, berichtet der Merkur.

Hof: Weichenstellung für Theatersanierung

Am 20.Februar entscheidet der Hofer Stadtrat über die anstehende Sanierung des “Neuen” Theaters. Der 1994 fertig gestellte Bau bedarf nach 25 Jahren der Sanierung. Hierfür wurde bereits ein Gutachten erstellt. Nach Schätzungen sollen die Kosten ca. 12 Millionen Euro betragen.

Vor allem die Theater-, Mess- und Steuerungstechnik muss grundlegend erneuert werden.

Br-online zitiert den Kulturamtsleiter:

Dem Stadtrat sollen am Montag zwei Startzeitpunkte für die Sanierungen vorgestellt werden. Beide liegen in der zweiten Jahreshälfte 2018. Kulturamt und Theater bevorzugen eine Sanierung am Stück. Das Theater müsste dann voraussichtlich für ein halbes Jahr geschlossen werden. Ein Alternative wäre eine längere Sommerpause und auf mehrere Wochen verteilte Arbeiten. “Im Sommer sanieren aber alle Theater ihre Häuser, da wird es schwierig werden, die besten Firmen zu bekommen”, gibt Kulturamtsleiter Nürmberger zu bedenken.

Volker Butzmann verstorben

Am 12. Februar 2017 verstarb unser langjähriges DTHG-Mitglied Volker Butzmann im Alter von 74 Jahren.

In einem persönlichen Nachruf schreibt Klaus Wichmann:

“Volker Butzmann wuchs in Konstanz am Bodensee auf, erlernte in der Werkstatt seines Vaters das Handwerk eines klassischen Schlossers und Schmied. Wie er nun zum Theater kam hat er mir nie erzählt. Er war einfach plötzlich da und  leitender Techniker bei einem Tourneetheater, das mit Stars von Film und Fernsehen über die Dörfer zog. Auch mit der Sendung „Der Goldene Schuss“ mit Lou van Burg tourte Volker Butzmann durch die Lande und leitete gelegentlich den Pfeil, wenn die Mechanik der Armbrust versagte, in per Hand ins Ziel.

Er wollte nach eigenem Bekunden sesshaft und seriös (!) werden, deshalb besuchte er das Seminar für Theatertechnik in Recklinghausen und bewarb sich nach der Theatermeisterprüfung an der Schaubühne am Halleschen Ufer. Die Schaubühne war zu dem Zeitpunkt noch ein Stachel im gesättigten und etablierten Theaterleben. Gegen die Schaubühne wurde von allen Seiten gekämpft. (…) Auch die traditionellen Theatertechniker schossen gegen die Schaubühne. Die Techniker der Schaubühne waren die Verräter des Berufsstandes. Für Volker Butzmann genau das richtige Arbeitsumfeld. Jede technische Einrichtung ging über die Grenzen des Machbaren. Ohne ihn wären die großen technisch und künstlerisch wegweisenden Inszenierungen von Peter Stein, Michael Grüber, Luc Bondy und Bob Wilson in den Bühnenräumen von Karl Ernst Herrmann, Klaus Weiffenbach um nur einige zu nennen nicht möglich gewesen. (…)  Nach über 15 Jahren an der Schaubühne jetzt am Lehniner Platz kündigte Volker Butzmann seinen Vertrag. Er bewarb sich in Köln und war dort bis 1993 techn. Direktor.

1993 wechselte Volker Butzmann an die Sächsische Staatsoper Dresden und blieb ihr bis zu seinem 65 Lebensjahr treu. Hier setzte er, etwas ruhiger geworden, seine an die Grenzen des Machbaren gehenden technischen Einrichtungen fort. Bespielhaft sind die Inszenierungen von Die Soldaten, Der Ring des Nibelungen und die Frau ohne Schatten um nur einige wenige zu nennen. Die größte Herausforderung war aber das Hochwasser im Jahr 2013. In der Presse galten der Zwinger und die Semperoper als verloren. Nicht für Volker Butzmann er kämpfte mit seinen Mitarbeitern erfolgreich  für die Begrenzung des Schadens und leitete sehr umsichtig den Wiederaufbau der „vierten“ Semperoper.”

Kaum im sogenannten verdienten Ruhestand folgte er dem Ruf von Uwe Laufenberg für zwei Jahre an die Bühnen der Stadt Köln wieder als technischer Direktor.

Die DTHG verliert mit Volker Butzmann ein hochgeschätztes langjähriges Mitglied, dessen Andenken wir in Ehren halten werden.

 

Mehr Förderung für freie Theater

Die Landesregierung Brandenburg fördert die mehr als 30 Freien Theater in Brandenburg dieses Jahr mit insgesamt 1,35 Millionen Euro. Darunter erhalten sechs Ensembles in Potsdam, Cottbus, in der Uckermark und in Werder (Potsdam-Mittelmark) den Löwenanteil in Höhe von 770.000 Euro, wie Kulturministerin Martina Münch (SPD) mitteilte.

Eine unabhängige Fachjury hat die Förderanträge begutachtet und sich bei sechs Einrichtungen für eine ganzjährige Förderung entschieden. Darüber hinaus werden acht Projekte gefördert, die für einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten angelegt sind oder experimentellen Charakter haben. Mit dem Verfahren, eine unabhängige Jury mit den Förderentscheidungen zu betrauen, geht das Kulturministerium neue Wege. Entwickelt wurde es in enger Zusammenarbeit mit dem Landesverband Freier Theater Brandenburg. Dieser hatte intensiv dafür geworben, dass für die Förderung innovativer Projekte mehr Handlungsspielräume geschaffen werden müssten. Dazu Kulturministerin Sabine Kunst: „Es gilt, erfolgreiche Theater mit innovative Projekten zu fördern. Innovativ ist auch, wenn sie einen Beitrag zur kulturellen Bildung leisten oder in ländlichen Regionen ein kulturelles Angebot schaffen. Insofern ist die neue Förderung der Freien Theater nicht nur von den Freien Theatern gewünscht – Sie ist ein Baustein der kulturpolitischen Strategie des Landes.“ Durch das neue Verfahren erhalten von den acht nicht-ganzjährigen Projekten vier erstmals eine Förderung durch das Kulturministerium. Da zugleich die Gesamtsumme der Fördermittel um rund 150.000 € auf 850.000 € erhöht wurde, ist mit dem neuen Förderverfahren aus Sicht des MWFK eine höhere Verteilungsgerechtigkeit erzielt worden.